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Stand: 29.06.2017

Pressemitteilung

40 Jahre Caritas Seniorenheim St. Gisela in Waldkirchen

Die Predigt in der Pfarrkirche hält Caritasvorstand, Diakon Konrad Niederländer. Mitarbeiter gestalten den Gottesdienst, den die Gruppe Abraham musikalisch umrahmt.  Ein roter Faden wird sich durch das Jubiläumsjahr ziehen, Stück für Stück spannt er sich dann dem Motto entsprechend auf ein großes Herz.

Reinhilde Schreiber blickt zurück: "10 Jahre sind kein langer Zeitraum. Nach menschlichen Maßstäben würde der Jubilar noch in den Kinderschuhen stecken und gerade die Grundschule hinter sich gebracht haben", schrieb 1987 der damalige Caritasdirektor Konrad Unterhitzenberger in seiner Festschrift nieder. Die Caritas Senioreneinrichtung St. Gisela in Waldkirchen am Erlenhain, feierte damals ihr 10jähriges Bestehen. Mittlerweile sind weitere 30 Jahre ins Land gezogen - und St. Gisela blickt auf intensive 40 Jahre zurück. Dieses Jubiläumsjahr soll natürlich mit Feierlichkeiten, Projekten und Festen gebührend gefeiert werden. 

40 Jahre Seniorenheim St. Gisela, Waldkirchen - Gruppenbildv.l: Vierzig Jahre Caritas-Altenheim St. Gisela sind Anlass zum Rückblick auf Menschen und Ereignisse. Annemarie Schiffler ist seit 1977 Mitarbeiterin. Gemeinsam mit Kreszenz Danzer, Einrichtungsleiterin Michaela Meindl, Eva Eisner und Wilma Fuchs, stöberte sie in Fotoalben und gab so manche Anekdote zum Besten.Caritas

Ende des Jahres 1973 wurde die Errichtung eines Altenheimes unter der Trägerschaft des Diözesancaritasverbandes nach eingehender Diskussion gebilligt. Damals war man anscheinend der Meinung, es sei keine Nachfrage oder Bedarf an solchen Einrichtungen. Dazu auszugsweise  Protokollniederschriften der Jahre 1973/74/75: Es wird ernsthaft bezweifelt, ob in Waldkirchen der Bedarf für ein Altenheim vorhanden ist; die Nachfrage nach Altenheimplätzen geht zurück, die Bereitschaft, in ein Altenheim zu ziehen, wird geringer. Heute weiß man es besser.
Die Entscheidung war richtig, denn bereits vor 30 Jahren hieß es: Das Haus ist bis auf den letzten Platz belegt. Die Warteliste ist enorm hoch und 95 Prozent der Bewohner kommen direkt aus dem Raum Waldkirchen. Und im Jubiläumsjahr 2018, besteht mehr denn je, Bedarf an Einrichtungen wie St. Gisela.

Waldkirchens Ehrenbürger Heinrich Schmidhuber war immer schon ein Mann mit Weitblick, denn ihm ist unter anderem, als damaliger Bürgermeister und starker Mitkämpfer, der Bau von St. Gisela maßgeblich zu verdanken. Als "Vater des Altenheimes" wird auch der damalige Vorsitzendes des Ortscaritasverbandes Prälat Mattäus Pichler (+) bezeichnet, der sich mit allen Mitteln einsetzte. Sein Tatendrang ging so weit, dass er sogar  seinen Rücktritt als Pfarrer von Waldkirchen ankündigte, falls das Altenheim nicht gebaut werden sollte. "Ein Meilenstein für die Altenfürsorge im Süden des Wolfsteiner Landes wurde mit der Einweihung des neuen Caritas-Wohnheimes in Waldkirchen gesetzt", hieß es im Dezember 1977. Das Heim verursachte Baukosten von 8,5 Millionen DM und wurde in einer Bauzeit von zwei Jahren errichtet. Die Einweihung übernahm der damalige Passauer Diözesanbischof Dr. Antonius Hofmann (+) und Monsignore Alfred Ebner assistierte. Der Waldkirchner Architekt Anton Frank plante das Gebäude. Als erstes, der damals zehn Caritas Altenheime in der Diözese Passau, bekam St. Gisela eine eigene Orgel für die Hauskapelle. Die künstlerische Ausgestaltung der Kapelle lag in Händen des Waldkirchner Künstlers Manfred Werner und des Passauer Kunstschaffenden Dieter Stauber (+).
"Die Finanzierung des Vorhabens war nicht einfach", betonte Heinrich Schmidhuber 1977 in seinem Grußwort: " Der Rückgang der Kirchensteuer zwang die Bischöfliche Finanzkammer zu einschneidenden Maßnahmen in allen Bereichen. Wir sind deshalb der Finanzkammer dankbar, dass sie trotz erheblichen finanziellen Schwierigkeiten dieses Projekt in Angriff genommen und verwirklicht hat. Der bayerische Staat, der Landkreis Freyung-Grafenau und die Stadt Waldkirchen haben zur Finanzierung mit beigetragen. Aber auch die Bürger unserer Stadt haben durch Spenden einen ansehnlichen Betrag von über 100 000 DM geleistet!" 

Neben der Pfarrgemeinde identifiziert sich die Stadt Waldkirchen seit der Grundsteinlegung von St. Gisela im Jahre 1975, mit all ihren Bürgermeistern, allen voran Heinrich Schmidhuber, bis heute mit der Einrichtung. So dankte Rudolf Hettl (+) im Namen der ganzen Bevölkerung allen Beteiligten für die Errichtung des Heimes, für Unterhalt und für die Betreuung der Bewohner. Auch Peter Jarosch und Josef Höppler waren stets gute Ansprechpartner und gern gesehene Besucher. Und der aktuelle Bürgermeister Heinz Pollak, ist selbstredend Mitglied im "Freundeskreis St. Gisela - Zeit schenken".
Erster Heimleiter war Karl-Heinz Grubmüller. Mit ihm haben zwölf kroatische Ordensschwestern  und weitere Mitarbeiter/Innen ihren Dienst aufgenommen. Michaela Meindl übernahm 2009 die Leitung. Mit Freude berichtet sie darüber, dass Mitarbeiter seit Anfang an, bzw. fast seit Beginn, mit dabei sind und Dienst verrichten: Annemarie Schiffler, Marianne Hiksch, Wilma Fuchs, Elfriede Scharinger, Eva Eisner, Gerlinde Sammer und Kreszenz Danzer. Erwähnt sei auch Richard Gibis, der von Anfang an, bis zu seiner Pensionierung als Hausmeister tätig war.

An den ersten Einzug eines Ehepaares aus Gsenget im September 1977 erinnert sich Annemarie Schiffler noch sehr lebhaft: "Es war unglaublich, so was gibt’s heute echt nicht mehr!" Denn der Umzug des Paares erfolgte mit einem Traktor auf dem das Paar rechts und links saß. Die Frau mit Vogelkäfig, incl. zwei Wellensittichen, neben sich auf dem Sitz. Der Mann einen Hund unterm Arm geklemmt. Und zwei Katzen waren in einer Schachtel auf dem Anhänger - auf dem sich auch das gesamte Mobiliar, Geschirr, Kleidung - ja einfach alles und nicht verpackt, befand. "Im Herbst kam eine neue Bewohnerin", fährt Schiffler fort, "zu Fuß aus Waldkirchen ins Seniorenheim". Die Schwiegertochter zog einen Leiterwagen, auf dem das ganze Hab und Gut gelagert war. Dahinter ging am Stock die neue Bewohnerin - mit Schürze und Kopftuch. " Ja, langsam füllte sich das Haus mit Bewohner", schwelgt Schiffler in Erinnerungen: "Unter ihnen waren viel Originale. Eine Frau aus Stierberg war seit ihrem 15. Lebensjahr eine Bauernmagd. Sie kam mit Sense und Schleifstein an, denn das war ihr Eigentum - und ging nie ohne Schürze und Kopftuch aus dem Zimmer!"

In vierzig Jahren wurden sehr viele Projekte auf den Weg gebracht. Erwähnung finden hier, die der jüngsten Zeit mit dem Nostalgie-Kochbuch, Gründung des "St. Gisela Freundeskreises - Zeit schenken", Malprojekt der Kreativ-Gruppe.

Einrichtungsleiterin Michaela Meindl betont, dass zu allen Veranstaltungen die breite Öffentlichkeit herzlich willkommen ist.

40 Jahre St. Gisela - Weitere Festtermine:

  • Freitag 15. Juni:
    Grundsteinlegung für den Neubau St. Gisela am Karoli mit anschließendem Festakt "40 Jahre St. Gisela" auf dem Marktplatz in Waldkirchen zu der die gesamte Bevölkerung geladen ist.
    Beginn ist um 15.00 Uhr.
  • Donnerstag 12. Juli:
    Sommerfest in St. Gisela am Erlenhain mit Auftritt der Marktrichter und Fahnenschwinger.
    Beginn 17.00 Uhr.
  • Oktober (genauer Termin wird noch bekannt gegeben):
    Vernissage mit Bildern der "Kreativ-Gruppe" in der Raiffeisenbank Am Goldenen Steig, Waldkirchen.