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Stand: 26.10.2018

Pressemitteilung

Caritas und Diakonie leisten Lotsendienste für die Integration

Integrationslotsin / KoordinierungsstelleLandkreis Passau, Caritas und Diakonie setzen sich ein, damit Migranten hier Heimat finden. Caritas

Denn die Bereiche und Anforderungen überschneiden sich in der Praxis. Am Dienstag, 22. Januar, haben Landrat Franz Meyer, Caritasvorstand Konrad Niederländer und der evangelische Dekan Dr. Wolfgang Bub die bewährte Zusammenarbeit bestätigt. Das gemeinsame Ziel: Ehrenamtliche entlasten und Integration fördern. Der neue Name: "Integrationslotsung und Ehrenamtskoordination im Landkreis Passau"

Zum einen wird dies den inzwischen veränderten Anforderungen gerecht, zum anderen den neuen Förderrichtlinien des Bayerischen Sozialministeriums. Nach der Erstversorgung der großen Zahl von Geflüchteten im Jahr 2015 geht es jetzt um  langfristige Maßnahmen. Nicht mehr Kleidung oder Essen an einem Grenzübergang sind nötig, sondern Deutsch-Unterricht erteilen, Einzelpersonen und Familien bei Behördengängen begleiten, bei der Arbeits- wie Wohnungssuche helfen. Eine andere Form von Einsatz. Das wirkt sich auch auf die Zahl der ehrenamtlich Tätigen aus. Rund 400 Frauen und Männer, sind hochgerechnet aktuell im Landkreis Passau ehrenamtlich aktiv, um Flüchtlinge zu begleiten. Vor gut zwei Jahren waren es in der Akuthilfe mehr Aktive, wie Beate Heindl und Katharina Beck, berichteten. Auf die ehrenamtlich Tätigen kommen in der längerfristigen Begleitung zudem immer mehr Aufgaben zu. Ohne deren großen Einsatz sei Vieles bis heute nicht möglich. Darüber waren sich die Gesprächsteilnehmer im Landratsamt alle klar und haben dies mehrfach unterstrichen. Umso wichtiger ist es, die bestehenden Helferkreise zu vernetzen und damit zu entlasten. Gleichzeitig gilt es Impulse zu setzen, ob mit Treffen zum gegenseitigen Austausch, mit Informationsmappen zum Thema Gesundheit und Migration oder Weiterbildungen mit Industrie- und Handelskammer und Handwerkskammer. Die Integrationslotsin Martina Koch berichtete von erfolgreichen Mieterqualifizierungskursen und Wohnungspatenschaften. Dabei helfen Ehrenamtliche, inzwischen auch Personen, die selbst nach der Flucht hier dauerhaft eine Bleibe gefunden haben, bei der Suche nach Wohnraum. Landrat Meyer wies auf die Wohnungsbörse des Landkreises und auf kommunale Initiativen zum sozialen Wohnungsbau hin. Dies ganz im Sinne der Caritas-Jahreskampagne "Jeder Mensch braucht ein Zuhause", die Diakon Niederländer mit Blick auf bezahlbare Wohnungen ansprach.

Jetzt sollen die bisherigen Maßnahmen gebündelt in einem Projekt fortgesetzt werden. Im Caritasverband für die Diözese Passau e.V. sind Beate Heindl und Martina Koch im Landkreisteil nördlich der Donau zuständig. Katharina Beck, Diakonisches Werk des Evang.-Luth. Dekanatsbezirkes Passau e.V., ist im Landkreis südlich der Donau unterwegs. Es gehört zu den Zielen für das Jahr 2018, die Ehrenamtlichen nicht nur wie gewohnt zu unterstützen, sondern neue Helferinnen und Helfer zu finden, auch Migranten, die bereits in der Region Heimat gefunden haben. Der Schwerpunkt Wohnen wird weiterentwickelt. Es gilt Helferkreise mit Verwaltungen zu vernetzen. Schulungen zum Wertebewusstsein sollen angeboten werden. Stärker in den Focus werden geflüchtete Frauen genommen. Ein Beispiel dafür ist die Tagung zur Teilhabe von Frauen an der Gesellschaft. Dazu kommt am Donnerstag, 3. Mai, die Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Kerstin Schreyer, nach Bad Füssing. 

Der Kreistag hat der Zusammenführung und Fortsetzung der Projekte bereits zugestimmt und dafür finanzielle Mittel bereitgestellt. Dass die Gelder gut angelegt sind, bestätigte Verena Schwarz, die Abteilungsleiterin Sicherheit und Ordnung. Die Zusammenarbeit mit den kirchlichen Wohlfahrtsverbänden sei von Anfang richtig gewesen. Zum Know-How und zur Vernetzung mit sozialen Diensten und zu den Ehrenamtlichen sei gekommen, dass auch zu Zeiten der großen Flüchtlingsbewegung mit den vielen Unabwägbarkeiten die Anliegen der Ehrenamtlichen mit den Interessen einer staatlichen Behörde austariert werden konnten. Landrat Meyer appellierte an den Staat, die Kommunen zu entlasten. Er rief zudem ins Bewusstsein, dass zum Fördern der Integration auch das Fordern gehöre, also die Anstrengung der Migranten, sich den kulturellen und gesellschaftlichen Bedingungen in Deutschland anzupassen.

Der Bischöfliche Beauftragte für die Caritas und Ordinariatsrat Niederländer dankte zusammen mit der Abteilungsleiterin Gemeindecaritas, Ingrid Aldozo-Entholzner, für die Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Es würden durch qualifizierte Arbeit effektive Lösungen erzielt. Auch für die Kommunen als unverzichtbare Partner. Dekan Bub und Jens Österreicher, Abteilungsleiter Migration und Asyl im evangelischen Dekanatsbezirk, sehen den Landkreis ebenfalls gut aufgestellt.