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Stand: 29.06.2017

Pressemitteilung

Dienst am Menschen und Gottesdienst gehören zusammen

Was macht den Dienst eines Diakons aus?

Er verbindet den Dienst am Menschen mit dem Gottesdienst. Er verbindet den Alltag, die Themen der Welt mit dem Evangelium, der Liturgie und der Predigt. Er buchstabiert in den Fürbitten die Sorgen und Anliegen der Gemeinde und ruft Gottes Frieden in das Leben der Menschen hinein.

Hat sich etwas gewandelt als Caritasvorstand?

Seit ich als Bischöflich Beauftragter und Vorstand im Caritasverband der Diözese Passau hauptamtlich tätig bin, trage ich eine besondere Verantwortung für die Menschen, die Hilfe und Unterstützung brauchen, aber auch für tausende haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende. Weil der caritative Dienst einer der Grundvollzüge unserer Kirche ist, passt das sehr gut zum Profil des Diakons. Aber auch schon in den Jahren als Diakon im Zivilberuf und Geschäftsführer im Jobcenter Waldkirchen habe ich viele unterstützt, um das Leben zu bewältigen. In der Caritas bin ich seit vielen Jahren ehrenamtlich daheim, im Ortsverband Waldkirchen, auch als Vorsitzender, oder dann im Aufsichtsrat des Diözesanverbandes.

Diakon Konrad Niederländer

Was hat Sie bewegt, sich weihen zu lassen?

In der Kirche aktiv mitzuarbeiten, war schon immer ein Herzenswunsch. Ich komme aus einer Familie, in der das Gebet und der Kirchenbesuch selbstverständlich waren; auch der Besuch kirchlicher Internatsschulen hat mich geprägt. Ich bin als Ministrant, Lektor und Kommunionhelfer hineingewachsen in die Dienste einer Pfarrei. Im Pfarrgemeinderat und als dessen Vorsitzender durfte ich Kirche mitgestalten. Dies alles hat mir Gemeinschaft, Geborgenheit und Halt gegeben. So wollte ich mich noch mehr in den Dienst der Kirche, unseres Pfarrverbandes, stellen und für die Menschen in Freud und Leid da sein. Ihnen die Freude des Glaubens vermitteln.

Da erlebt man ganz unterschiedliche Momente?

Ja. Schöne Erfahrungen, wenn man jemand helfen konnte, oder bei einer Taufe diese Freude der Eltern. Und es ist etwas kostbares, wenn man die eigenen Enkelkinder taufen darf. Meine dunkelsten Stunden musste ich in der Notfallseelsorge bei einem tragischen Verkehrsunfall erleben. Vier Mädchen aus unserem Pfarrverband verunglückten tödlich. Am Straßenrand mit den Eltern das unbeschreibliche Leid zu teilen, macht einen selbst sprachlos. Dennoch kann man im Gebet ohne viele Worte Halt geben.

Zehn Jahre in den Blick genommen

Diesen Weg habe ich keinen Tag bereut und danke dem Herrgott für eine erfüllte Zeit. Vor fünf Jahren hat mich zudem der Kreis der Diakone zum Sprecher gewählt, um deren Anliegen im Bistum Passau zu vertreten. Von Herzen bin ich dankbar, dass meine Familie und besonders meine Frau diesen Weg mitgeht und mitträgt. Dankbar bin ich allen, die mich freundschaftlich begleitet und bestärkt haben. So gilt mein Weihespruch auch für die kommenden Jahre: "Ich will Dir danken, Herr, aus ganzem Herzen, verkünden will ich all deine Wunder"(Ps 9,2).