URL: www.caritas-passau.de/aktuelles/presse/drei-fragen-an-dioezesan-caritasdirektor-michael-endres-zur-fruehjahrssammlung-7
Stand: 26.10.2018

Pressemitteilung

Drei Fragen an Diözesan-Caritasdirektor Michael Endres zur Frühjahrssammlung

Direktor Michael Endres mit dem Sammlungsplakat 2018Die Not ist vielfältig. Familien und Alleinerziehende hat Diözesan-Caritasdirektor Michael Endres im Blick und ruft zur Frühjahrssammlung zu solidarischem Miteinander auf.Caritas

Gibt es denn bei uns im Bistum Passau überhaupt Armut?

Michael Endres: Eindeutig. Es gibt auch in unseren Regionen viele Menschen, die wegen ihrer Lebensumstände oder schlechten finanziellen Situation große Probleme haben, am sozialen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Unsere Dienste und Einrichtungen erleben, dass immer mehr Menschen auf Hilfen angewiesen sind. Da reicht die Rente nicht mehr. Dort kann eine alleinerziehende Mutter die kaputte Waschmaschine nicht ersetzen. Eine Familie mit vier Kindern muss sich bei einer unserer Tafeln versorgen. Armut und Armutsrisiko steigen.

Sind Familien stärker betroffen?

Michael Endres: Alleinerziehende und Eltern mit Niedriglohn sind und bleiben die Problemgruppen. Es ist allerdings nicht so, dass Kinder generell das Armutsrisiko erhöhen. Es kommt auf die Situation an. Gerade auch die explodierenden Mieten sind ein Problem. Und besonders größere Wohnungen, die mit Kindern benötigt werden, sind für viele Betroffene nicht zu zahlen. Jedenfalls zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung, dass Familien mit Kindern und Alleinerziehende stärker von Armut betroffen sein sollen als bisher angenommen. Bei Alleinerziehenden betrage die Armutsrisikoquote 68 Prozent.  Jedes fünfte Kind soll für längere Zeit in Armut leben.

Wie kann die Caritas helfen?

Michael Endres: Wir entwickeln mit den Betroffenen Wege etwa aus der Wohnungsnot, finanziell schlechten Situationen oder aus der Schuldenfalle. Wir begleiten und unterstützen die Menschen bei diesen existentiellen Bedrohungen. Da und dort müssen und können wir mit finanzieller Unterstützung helfen. Unsere Caritasvereine auf Ortsebene sind da auch nah an den Problemen. Solche Maßnahmen sind aber nur möglich, weil viele uns bei der Frühjahrssammlung mit dem Spendensammeln und mit Spenden unterstützen. Wir danken ihnen dafür, dass sie uns helfen zu helfen.