URL: www.caritas-passau.de/aktuelles/presse/eine-million-sterne-zum-welttag-der-armen-0b63389e-9528-4b9d-b96d-1fc6dde3fe0b
Stand: 29.06.2017

Pressemitteilung

Eine Million Sterne zum „Welttag der Armen“

Aktion 'Eine Million Sterne' in PassauBundesweite Aktion "Eine Million Sterne" in PassauCaritas

Kerzen wurden aufgestellt, um auf die Armut von Kindern, Familien, Alleinerziehenden und alten Menschen aufmerksam zu machen. Zum ersten Mal hatte der Papst zu diesem Welttag aufgerufen.

Mit der Aktion "Eine Million Sterne" verband die Caritas den Appell, dass alle verantwortlich sind für eine sozial gerechte und menschliche Welt. Die Caritas spannte den Bogen von den globalen Flüchtlingsproblemen zur Situation in der Stadt Passau. Denn sie will mit ihrer Arbeit einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen weltweit und in Deutschland gute Lebensbedingungen haben.

 

Wie arm ist Passau? Diese Frage klären Mario Götz (li) und Wolfgang Duschl (Mitte) im Interview mit Bettina Sturm (2.v.li) und Sabine Weiß (rechts).Wie arm ist Passau? Diese Frage klären Mario Götz (li) und Wolfgang Duschl (Mitte) im Interview mit Bettina Sturm (2.v.li) und Sabine Weiß (rechts).Caritas

Jede Kerze, die an diesem Abend entzündet wurde, macht Passau ein kleines Stück wärmer und heller. Und sie brannte für eine Person oder ein Anliegen, das auf der Kerze formuliert war. Die Caritas-Mitarbeiterinnen Sabine Weiß (Allgemeine Sozialberatung und Wohnungslosenhilfe) und Bettina Sturm (Schwangerschaftsberatung) machten deutlich: Es gibt Arme in Passau! Vor allem Alleinerziehende, meist Frauen, sind von Armut betroffen, so Sabine Weiß. Allein im letzten Jahr seien 650 hilfesuchende Personen in die Beratungsstellen in Stadt und Landkreis gekommen. Auch die Zahl der alten Menschen - auch wieder Frauen - steigt, die mit ihrer kleinen Rente nicht auskommen. Vielfach waren sie eben bei den Kindern zuhause, konnten nur Teilzeit arbeiten oder waren geringfügig beschäftigt. Bettina Sturm bestätigt die finanzielle Not und die Angst, nach der Geburt des Kindes in Armut zu fallen. Sie rechnete vor, dass für ein Kind im ersten Lebensjahr Anschaffungen in Höhe von etwa 4400 Euro nötig seien. 899 Ratsuchende kamen im vergangenen Jahr. Es fehlt gerade Alleinerziehenden ein Netzwerk, das zeitlich entlastet um beruflich richtig Fuß zu fassen. Dazu kämen gestiegene Mieten, in Passau um 25 Prozent in den letzten vier Jahren, und Stromkosten, die sich im letzten Jahrzehnt verdoppelt hätten. Eine bezahlbare Wohnung zu finden ist nicht für alle leicht. Die Caritas versucht in ihrer Schwangerenberatung erste Not zu lindern. So sind dort im vergangenen Jahr über 360.000 Euro aus verschiedenen Stiftungen an Hilfesuchende verteilt worden. Die Armut in der Stadt Passau und der Region wird auch sichtbar in der Wohnungslosen-Herberge. Im laufenden Jahr seien es bis Ende Oktober schon 1129 Übernachtungen gewesen. Und die kalten Nächte kommen jetzt erst. Die Caritas informierte nicht nur zu den sozialen Brennpunkten, sondern stellte konkret vor, wo geholfen wird: im Konradinum, dem neuen Caritaszentrum an der Oberen Donaulände 8.

Mit dem kostenlosen Kinofilm "Café Waldluft" war dann im Cineplex der Bogen wieder zur "Eine Million Sterne Aktion" von Caritas international, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, gespannt und zur Flüchtlingsfrage. Der Film zeigte, wie Menschen auf der Flucht in der Berchtesgadener Alpenwelt Heimat finden.