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Stand: 29.06.2017

Pressemitteilung

Platz zum Leben und Heimat für Menschen mit Behinderung

24 erwachsene Personen mit einer geistigen und oder Mehrfachbehinderung erhalten eine neue Heimat, einen neuen Lebensort und auch einen neuen Rückzugsort, kündigte Caritasdirektor Michael Endres am Donnerstag, 5. Oktober, an. Die Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich schon darauf, wie Christian Lichtmann, Vorsitzender des Heimbeirates, bestätigte.

Für die Zukunft seien, so der Direktor, Pflege, Betreuung und Freizeitgestaltung sichergestellt und so "ein Leben in Würde und Selbstbestimmung und vor allem wohltuende Erfahrungen mit der Botschaft Jesu Christi". Deshalb investiert die Caritas für die Menschen mit Behinderung in diesen Ersatzneubau rund vier Millionen Euro; gefördert mit 2,6 Millionen Euro vom Bayerischen Sozialministerium und mit 370.000 Euro vom Bezirk Niederbayern. Bezirkstagsvizepräsident Max Brandl würdigte die "wertvolle Arbeit der Caritas für behinderte Menschen" und damit auch den "Wert des neuen Hauses". Damit engagiere sich die Caritas nicht nur stark finanziell, betonte die stellv. Landrätin Helga Weinberger. Für den Landkreis Freyung-Grafenau setze die Caritas ein deutliches Signal und trage dazu bei, dass Menschen eine christlich geprägte Heimat fänden.

Caritas-Spatenstich für das neue Wohnheim in Waldkirchen. v.li. Alexander Muthmann (MdL), Bezirkstagsvizepräsident Max Brandl, Einrichtungsleiter Diakon Hubert Frömel, Christian Lichtmann, VorsitzendeCaritas-Spatenstich für das neue Wohnheim in Waldkirchen. v.li. Alexander Muthmann (MdL), Bezirkstagsvizepräsident Max Brandl, Einrichtungsleiter Diakon Hubert Frömel, Christian Lichtmann, Vorsitzender des Heimbeirates, Caritasdirektor Michael Endres, Bürgermeister Heinz Pollak und die stellv. Landrätin Helga Weinberger.Caritas

Es handelt sich, wie Michael Endres sagte, nicht um eine neue Einrichtung. Diese existiere bereits und "arbeitet seit vielen Jahren sehr erfolgreich". Bislang und noch seien die Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnheimes St. Elisabeth in Spiegelau zuhause. Die dort anstehende Sanierung war allerdings kaum machbar. Der Ersatz-Neubau sei notwendig geworden, um aus Sicht des Diözesancaritasverbandes den neusten gesetzlichen Anforderungen für Pflege- und Wohnqualität, fachlichen Zielen und inhaltlichen Ansprüchen gerecht zu werden.

Optimale Lebens- und Arbeitsbedingungen schaffen
Es geht um optimale Lebens- und Arbeitsabläufe in drei Wohngruppen. Mit neuen, modernen und schönen Räumlichkeiten will die Caritas, so der Direktor, einen wichtigen Beitrag zur Beheimatung der Menschen leisten, "die zum Teil über Jahrzehnte in unserer Einrichtung leben". Auch dem Personal soll das moderne Gebäude bei der schwierigen und sehr anspruchsvollen Arbeit entgegenkommen. Entsprechend dankte der Caritasdirektor allen am Bauprojekt Beteiligten, dabei dem Personal, das den Schritt mitgehe, der Stadt Waldkirchen für die Aufnahme und der bisherigen Heimatgemeinde Spiegelau für die jahrelange gute Zusammenarbeit; sein Dank galt auch dem Landkreis Freyung-Grafenau, sowie den Zuschussgebern.

Persönliche, soziale und lebenspraktische Kompetenzen stärken
St. Elisabeth gehört mit dem Wohnheim St. Chiara (Freyung) zum Caritas-Wohnheim St. Franziskus in Freyung; insgesamt 107 Plätze. Für Diakon Hubert Frömel, den Gesamtleiter, ist es wichtig, für die Bewohner einen Lebensraum zu schaffen, um wirklich "Dahoam" sein zu können. Es gelte vorhandene Ressourcen, persönliche, soziale und lebenspraktische Kompetenzen zu stärken und möglichst lange zu erhalten. Mit Erzieherinnen, Krankenschwestern, Heilerziehungs- und Altenpflegerinnen oder Arzthelferinnen sorge die Caritas in St. Elisabeth heute schon und auch künftig dafür. Der Großteil der Bewohner arbeitet in den "Wolfsteiner Werkstätten". Personen, die bereits im Rentenalter sind, oder wegen ihrer Behinderung oder einer Erkrankung dazu nicht mehr in der Lage, erhalten auch tagsüber eine Betreuung. Entscheidend, so der Diakon, sei es als Caritas für Wegweisung und Orientierung in der Nachfolge Jesu Christi zu stehen.

Damit Waldkirchen zur Heimat wird
Bereits in der Bauphase, so Frömel, wollen die Bewohner Waldkirchen kennenlernen, damit die Stadt für sie zur Heimat wird: Die kirchlichen Feiern, das politische Leben, die Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangebote. Wichtig sind auch die dann kurzen Wege zu Ärzten, Therapeuten und zum Krankenhaus. Zum Ankommen gehören Kontakte zu Vereinen und Partnerschaften. Kurz gesagt. Inklusion. Der Waldkirchner Bürgermeister Heinz Pollak wünschte eine schnelle Integration in das städtische Leben. Er sprach von einem ersten Schritt mit enormer Bedeutung für die Stadt; auch mit Blick auf die künftige Maßnahme des Seniorenheimes St. Gisela.

Die Mitarbeitenden waren durch ihre Gruppenleitungen Raphaela Halser, Angela Draxinger und Robert Prager vertreten, sowie durch Erich Heller als gewähltem Mitarbeitervertreter. Mit dabei vom Fachdienst als Sozialpädagogin auch Corinna Holzinger. Die Stadtpfarrer Bruno Pöppel aus Waldkirchen, Magnus König aus Freyung und der Behindertenseelsorger Johann Spitaler waren zum Spatenstich gekommen. Der Landtagsabgeordnete Alexander Muthmann nahm neben Projektanten und Caritasmitarbeitenden ebenfalls teil.

 

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