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Stand: 29.06.2017

Pressemitteilung

Kolumbien: Caritas zieht ein Jahr nach Friedensvertrag gemischte Bilanz

Freiburg, 20. November 2017. Ein Jahr nach Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen kolumbianischer Regierung und der FARC-Guerilla zieht Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, eine gemischte Bilanz. "Es bewahrheitet sich, dass der Friedensvertrag nur der Auftakt für einen Friedensprozess war, der noch lange Zeit eines großen Engagements von allen Beteiligten bedarf", so Claudio Moser, Referatsleiter Lateinamerika bei Caritas international. Die Entwaffnung von 7000 Kämpfern der FARC sei ein historischer Schritt auf dem Weg zum Frieden. Zugleich beobachtet die Caritas jedoch mit großer Sorge, dass Vertreter der Zivilgesellschaft zunehmend zur Zielscheibe von Gewalt und Übergriffen werden, weil sie aufgrund ihres Engagements für die Belange der Bevölkerung den Machtkämpfen bewaffneter Gruppen im Wege stehen. Zuletzt war Ende Oktober im Südwesten des Landes ein Caritas-Mitarbeiter erschossen worden.

Das Machtvakuum, das durch den Rückzug der FARC vor einem Jahr entstanden ist, wird in Kolumbien vielerorts durch bewaffnete Banden ausgefüllt. Die Staatsgewalt ist in vielen Teilen des Landes oft nicht präsent oder trägt selbst zur Gewalt bei. "Katholische Kirche und Caritas unterstützen den Friedensprozess mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. Wir erwarten aber auch, dass der Friedensprozess staatlicherseits adäquat begleitet wird und gewalttätige Übergriffe auf die Zivilbevölkerung durch rivalisierende bewaffnete Gruppen unterbunden werden. Derzeit ist der Staat in vielen umkämpften Regionen zu wenig präsent. Vertreter von Kirche und Zivilgesellschaft sind deshalb vielerorts auf sich allein gestellt", warnt Lateinamerika-Experte Claudio Moser.

Die katholische Kirche wird unter anderem durch die Berufung von Caritas-Direktor Héctor Fabio Henao in den zehnköpfigen nationalen Friedensrat den Friedensprozess weiterhin aktiv begleiten. "Als katholische Kirche unterstützen wir auch die laufenden Verhandlungen mit der ELN-Guerilla. Die Zivilgesellschaft ist ein wichtiger Akteur, der seine Stimme kraftvoll für Vergebung und Versöhnung erheben muss, wenn der Friedensprozess Erfolg haben soll", so Claudio Moser. 

Während des seit 52 Jahren andauernden Bürgerkrieges sind in Kolumbien mehr als 250.000 Menschen ums Leben gekommen, gut sechs Millionen Kolumbianer mussten innerhalb des Landes fliehen. Caritas international unterstützt kolumbianische Gewaltopfer dort seit 15 Jahren. Schwerpunkte sind die Versorgung von Geflüchteten mit Hilfsgütern, der Schutz der Zivilbevölkerung und die Sicherung ihrer Grundrechte sowie Projekte der Friedensförderung und der Aufbau von Strategien zur Konfliktlösung.

Weitere Informationen: http://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/lateinamerika/kolumbien/vertriebene-konflikte-friedensarbeit

 

Spenden mit Stichwort "Kolumbien" werden erbeten auf:

  • Caritas international, Freiburg, IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BIC: BFSWDE33KRL oder online unter: www.caritas-international.de
  • Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin; Evangelische Bank, IBAN: DE6852 0604 1000 0050 2502 BIC: GENODEF1EK1, oder online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de
  • Charity SMS: SMS mit CARITAS an die 8 11 90 senden (5 EUR zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Caritas international 4,83 EUR)
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    Caritas international ist das Hilfswerk der deutschen Caritas und gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 162 nationalen Mitgliedsverbänden.