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Stand: 29.06.2017

Pressemitteilung

Syrien: Leid der Menschen nicht vergessen

Die Caritas und das Erzbistum Freiburg warnen eindringlich vor politischen Entscheidungen zu Ungunsten von Flüchtlingen in Deutschland. "Flüchtlingspolitik im Inland muss die Realität der Länder berücksichtigen, aus der die Flüchtlinge kommen. Man darf nicht deutsche Innenpolitik zulasten dieser Menschen betreiben", sagte Caritas-Präsident Peter Neher nach einer Reise in die syrischen Städte Aleppo und Homs in der vergangenen Woche.

Stephan Burger, Vorsitzender der Kommission für caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von Freiburg, der ebenfalls in die ehemals umkämpften Gebiete gereist war, ergänzte nach seinen Erlebnissen vor Ort, dass man die dramatische Lage der Menschen in Syrien nicht ignorieren dürfe. "Vergesst die Menschen nicht! Vergesst den Krieg nicht! Und bleibt solidarisch mit den Betroffenen des Kriegs in Syrien", appellierte er an Öffentlichkeit und Politik.

Forderungen nach einer Rückkehr von Flüchtlingen nach Syrien kritisierten beide in aller Deutlichkeit. Erzbischof Burger schilderte, dass in den zwei besuchten Städten nicht nur die Häuser und Infrastruktur zu großen Teilen beschädigt oder zerstört wurden. "Wir haben viele Landstriche gesehen, die von Menschen regelrecht leergefegt waren und in denen es keinerlei Infrastruktur und Lebensgrundlage gibt. In der jetzigen Situation kann man nicht verlangen, dass Menschen in diesem Elend ausharren."

In der Stadt Homs lebten etwa rund 1,4 Millionen Menschen, ohne dass es noch ein einziges staatliches Krankenhaus geben würde, führte Caritas-Präsident Neher aus. "Und private Ärzte sind für die meisten Menschen nicht zu bezahlen." Zudem gebe es in vielen Gebieten so gut wie keine Arbeit. "Es wäre unverantwortlich, Menschen zurück nach Syrien zu schicken - in die Arbeits- und Perspektivlosigkeit", so Neher.

Die Mitarbeitenden der Caritas Syrien unterstützen die Menschen in ihrem Land seit Ausbruch des Bürgerkrieges im März 2011. Mehr als 13 Millionen Syrerinnen und Syrer sind seitdem auf humanitäre Hilfe angewiesen, etwa 5,5 Millionen sind ins Ausland geflohen, die Mehrzahl davon in die unmittelbaren Nachbarländer Türkei, Jordanien und in den Libanon. Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, unterstützt die Arbeit der Caritas Syrien und weiterer lokaler Partner in Damaskus und Umgebung, in Aleppo, Homs, Tartous, Latakia, Idlib und im Nordosten Syriens in der Provinz al Jziré.

Das Erzbistum Freiburg hat die Hilfe von Caritas international in Syrien und den Nachbarländern in den vergangenen Jahren mit rund vier Millionen Euro unterstützt. 

Spenden mit Stichwort "Nothilfe Syrien" werden erbeten auf:

  • Caritas international, Freiburg, IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BIC: BFSWDE33KRL oder online unter: www.caritas-international.de
  • Charity SMS: SMS mit CARITAS an die 8 11 90 senden (5 EUR zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Caritas international 4,83 EUR)
  • Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin; Evangelische Bank, IBAN: DE6852 0604 1000 0050 2502, BIC: GENODEF1EK1 oder online unter: http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

Caritas international ist das Hilfswerk der deutschen Caritas und gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 162 nationalen Mitgliedsverbänden.