Zusammen geht in den Dreiflüsse-Werkstätten was. Beim Jubiläum: Klaus Weidinger, stv. Landrat, Pfarrer Martin Prellinger, Helmut Weber und Astrid Wegerbauer und Helmut Weber, Caritas Abteilungsleiter, Werkstättenchef Josef Wenk, Christian Lindinger MdL, Caritasdirektorin Andrea Anderlik, Oberbürgermeister Andreas Rother, Caritasvorstand Stefan Seiderer, Sabrina Dirlinger, Werkstattrat, Bezirksrat Stephan Gawlik und MdL Josef Heisl.Foto: can/wd
Inklusion, Miteinander und Heimat für Menschen mit Behinderung. Dafür stehen seit 50 Jahren die Passauer Dreiflüsse-Werkstätten; ein hochmoderner Systemlieferant der Caritas für die Industrie. Am Samstag, 24. Oktober, konnten sich Angehörige, Festgäste und viele Besucher:innen davon überzeugen
Werkstätten-Leiter Josef Wenk, (re.) erläutert die Arbeiten: Caritasvorstand Stefan Seiderer, Caritas-Abteilungsleiter Helmut Weber, Bezirksrat Stephan Gawlik, OB Oberbürgermeister Andreas Rother, Klaus Weidinger, stv. Landrat, Caritasvorständin Andrea Anderlik, MdL Christian Lindinger.Foto: can/wd
Die Menschen mit Handicap und das Werkstätten-Team stellten ihre Arbeit. In den sieben Montage- und Verpackungsgruppen, in der Pulverbeschichtung, der Schweißerei, Zerspanung, Stanzerei und Druckerei herrschte dichtes Gedränge. Auch in der Intensivgruppe zeigten die Mitarbeiter:innen ihr Können. Die 248 Mitarbeitenden mit Handicap, die aktuell 64 Personen begleitet und gefördert werden waren richtig stolz, ihre Leistungen einem großen Publikum zu zeigen. Mit Recht. Denn neben der BMW Group verlassen sich viele regionale Unternehmen und Partnerfirmen auf die Zusammenarbeit in industriellen und handwerklichen Bereichen. Schöner als der Werkstattchor hätte man es bei der Eröffnung nicht sagen können. Welche Arbeitnehmer singen schon beim Firmenjubiläum "Wie schön, dass es die Werkstatt gibt"
Zeichenhaft eröffneten Sabrina Dirlinger, die Vorsitzende des Werkstattrates, und der Leiter Josef Wenk gemeinsam den Tag. "Wir leisten gute und nachhaltige Arbeit im Miteinander und wünschen, diese Gemeinschaft auch in die Zukunft zu tragen. Wir hoffen dabei auf die Unterstützung der Gesellschaft und Politik". Die Caritas-Vorständin Andrea Anderlik betonte entsprechend der Caritas-Jahreskampagne "Zusammen geht was in der Arbeit, in der Gemeinschaft und in der Entwicklung seit 50 Jahren". Und es gehe in der Caritas-Einrichtung auch die Post ab. Die Caritas-Direktorin an die Mitarbeitenden gerichtet: "Sie leisten jeden Tag Außergewöhnliches an ihren qualifizierten Arbeitsplätzen. Sie arbeiten mit Ausdauer, mit Präzision und Leidenschaft. Es geht wirklich etwas in den Dreiflüsse-Werkstätten. Und wir sind darauf richtig stolz. Ehrengäste, Familien, Angehörige und viele Besucher:innen haben sich beim "Tag der offenen Tür" davon überzeugt.
Anderlik unterstrich weiter: Inklusion dürfe keine Worthülse bleiben. Gerade in Zeiten, da Ressourcen knapp werden und wirtschaftlicher Druck steige "dürfen die Menschen mit Behinderung nicht vergessen werden". Sie betonte gleichzeitig, die Werkstätten seien ein "spezifischer Ort von Kirche". Hier werde Barmherzigkeit gelebt in der Hinwendung zum Nächsten, in der beruhigenden Hand, dem stützenden Arm. Deshalb sprach sie von einem "starken Stück der Kirche von Passau".
Andreas Rother, der Oberbürgermeister der Stadt Passau, Klaus Weidinger, stellvertretender Landrat, sowie Bezirksrat Stephan Gawlik machten in ihren Grußworten die Bedeutung der Caritas-Werkstätten für die Menschen in der Region deutlich. Sie würdigten das Engagement und den Teamgeist in den Werkstätten. Sie seien ein Ort, der Heimat vermittle. Pfarrer Martin Prellinger brachte das bunte Miteinander mit einem Puzzle-Bild aller Werkstatt-Gruppen zum Ausdruck. Beim Rundgang mit den Ehrengästen stellte der Leiter, Josef Wenk, die Betriebsabläufe vor und erläuterte die Fördermöglichkeiten. Der "Tag der offenen Tür" war mit hunderten von Gästen ein voller Erfolg.
Die Einrichtung wurde unter dem Dach des Diözesan-Caritasverbandes Passau e.V. 1976 gegründet. Die Caritas hatte in der Region ab 1970 schrittweise ein Netz an Werkstätten für Menschen mit Handicap aufgebaut; 1970 in Pocking, 1973 in Altötting und 1975 in Freyung, bevor 1976 der Standort in Passau-Grubweg folgte. Heute gehören zu diesem Verbund in Passau auch die Donauhof-Werkstätten und die Werkstatt in Passau (WiP). Wie alle anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) entstand die Einrichtung mit dem gesetzlichen Auftrag, Menschen mit Handicap, die nicht auf dem freien Arbeitsmarkt tätig sein können, eine professionelle berufliche Rehabilitation, Förderung und Teilhabe am Arbeitsleben zu bieten.