Gemeinsam für Gewaltschutz in der Pflege: Caritasdirektorin Andrea Anderlik
Prof. Dr. Ursula Immenschuh, und Andrea Kramer, Präventionsbeauftragte der Caritas
Foto: can/mr
Wie kann Gewalt in der Pflege wirksam verhindert werden? Und wie lassen sich Würde, Grenzen und Schutz der anvertrauten Menschen nachhaltig sichern? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Fachtag "Grenzen spüren. Gewaltschutz stärken. Gemeinsam handeln.", zu dem der Caritasverband für die Diözese Passau e. V. am Donnerstag, 5. Februar 2026, nach Passau eingeladen hatte.
Die Caritasdirektorin Andrea Anderlik betonte "das Recht auf Gewaltfreie Pflege". Gewaltschutz sei mehr als "ein Konzept oder eine Pflichtaufgabe". Es gehe immer um den konkreten Menschen; im Alter besonders verletzbar.
In ihrem Impulsvortrag "Scham als Hüterin der Würde" zeigte die Freiburger Professorin Dr. Ursula Immenschuh, wie das bewusste Wahrnehmen von Scham dazu beitragen könne, Grenzverletzungen frühzeitig zu erkennen und Gewalt vorzubeugen. Immenschuh, früher selbst im Pflegebereich tätig, betonte: "Der Umgang mit den Anforderungen an Gewaltschutz und die nachhaltige Verankerung geht uns alle an". Eine würdevolle Begleitung entstehe durch Enttabuisierung und Bewältigung von schwierigen Gefühlen wie Scham. Es müsse auch seitens der Beschäftigten ein "würdevolles Umfeld" geschaffen werden.
"Pflege findet immer an sensiblen Grenzen statt - körperlich, emotional und persönlich. Deshalb braucht es "klare Strukturen, Aufmerksamkeit und ein gemeinsames Verständnis von Würde und Schutz", betonte Andrea Kramer, Präventionsbeauftragte des Caritasverbands für die Diözese Passau e. V.. "Der Fachtag bot Praxisbeispiele und Workshops für Impulse, Austausch und konkrete Werkzeuge im Pflegealltag.
Die Veranstaltung richtete sich an Leitungs- und Fachkräfte der stationären, teilstationären und ambulanten Altenhilfe sowie an Trägervertretungen. Ziel des Fachtags war es, praxisnahe Handlungskompetenzen im Bereich Gewaltschutz zu vermitteln und bestehende Schutzkonzepte weiter zu vertiefen und zu stärken.
Neben Fachvorträgen und Praxisbeispielen aus der Caritas-Pflege fanden interaktive Workshops statt. Dabei ging es unter anderem um den Umgang mit Gewalt in digitalen Medien, um das Erkennen und Verhindern von Gewalt in der Pflege, um sexualisierte Gewalt sowie um die Zusammenhänge von Scham, Würde und Macht in Pflegesituationen.