Diözesan-Caritasdirektorin Andrea Anderlik betonte beim Auftakt des neuen IHK-Zertifikatslehrgangs in den Wolfsteiner Werkstätten die Bedeutung beruflicher Qualifizierung als Brücke zwischen Werkstatt und allgemeinem Arbeitsmarkt.Foto/can
Mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung in den Wolfsteiner Werkstätten startete am 06.10.2026 für sechs Mitarbeitende der Werkstätten des Caritasverbandes für die Diözese Passau e. V. (DiCV) der Netzwerk-Zertifikatslehrgang "Assistent:in Lager und Verpackung". Neben den theoretischen Lerneinheiten in den Werkstätten sammeln die Teilnehmenden praktische Erfahrungen an unterschiedlichen Lern- und Arbeitsorten. Eine Teilnehmerin der Dreiflüsse-Werkstätten absolviert den Lehrgang im Kooperationsbetrieb ITrade in Passau, der Teilnehmer der Donauhof-Werkstätten im Lagerbereich des Unternehmens Röhr in Passau, und die vier weiteren Teilnehmenden der Wolfsteiner Werkstätten erweitern ihre Kompetenzen im hauseigenen Lager.
Helmut Weber, Leiter der Wolfsteiner Werkstätten und der Abteilung für Menschen mit Behinderung (Fachbereich Arbeit und Werkstätten), eröffnete die Auftaktveranstaltung mit einem kurzen Grußwort. Er hieß neben den Teilnehmer:innen mit ihren Angehörigen sowie den Kolleg:innen der einzelnen DiCV-Werkstätten auch folgende Ehrengäste herzlich willkommen: Diözesan-Caritasdirektorin Mag.(a) Andrea Anderlik MSc, Michael Pangratz als Vertreter der IHK Passau und Andreas Mautner, Rehaberater der Agentur für Arbeit Passau.
Weber machte deutlich, wie stark sich die berufliche Bildung in den Werkstätten in den vergangenen 50 Jahren weiterentwickelt hat. Was einst mit einem klassischen Arbeitstraining begann, entwickelte sich im Laufe der vergangenen fünf Jahrzehnte kontinuierlich weiter - von den Qualifizierungsbausteinen über die harmonisierten Bildungsrahmenpläne bis hin zu den heute angebotenen Zertifikatslehrgängen. Er begrüßte diese Entwicklung ausdrücklich und betonet, dass es ihm seit Langem ein Anliegen sei, den Mitarbeitenden der Werkstatt einen anerkannten IHK-Abschluss zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf den Initiator der Netzwerk-Zertifikatslehrgänge, Kuno Eichner von "integra Mensch" Bamberg. Mit seinem Engagement hat Eichner maßgeblich dazu beigetragen, diesen besonderen Bildungsweg auf den Weg zu bringen und weiterzuentwickeln.
Besonders hob Weber die Rolle der Paten in den Betrieben hervor, die bei der Durchführung der Zertifikatslehrgänge als verlässliche Wegbegleiter und Lotsen fungieren. Sie geben den Teilnehmer:innen Orientierung, unterstützen sie bei der praktischen Umsetzung der Lerninhalte und fördern damit den erfolgreichen Übergang in die Arbeitswelt.
Diözesan-Caritasdirektorin Anderlik betonte in ihrer Ansprache, dass die Durchführung dieser Lehrgänge ein weiterer wichtiger Schritt für die berufliche Weiterentwicklung von Menschen mit Beeinträchtigung sei. Das zwölfmonatige Curriculum dieses Lehrgangs verbindet festgelegte Lernziele und Module mit fachtheoretischem Wissen und praktischer Qualifizierung. Dabei gilt: Lernen findet am besten dort statt, wo Arbeit tatsächlich stattfindet.
Sie verwies darauf, dass alle Teilnehmenden ihre eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten und Stärken miteinbringen können, denn genau daran setzt diese Qualifizierung an. Die Teilnehmenden werden individuell gefördert und können ihre persönlichen Fähigkeiten Schritt für Schritt weiterentwickeln. Dabei spielt auch das gemeinsame Lernen eine wichtige Rolle. Im Austausch miteinander, beim Fragenstellen und beim Einbringen eigener Erfahrungen entstehen neue Impulse und Perspektiven. Dadurch wachsen nicht nur das fachliche Wissen, sondern auch die Sicherheit im beruflichen Alltag und das Selbstvertrauen. Der Lehrgang bietet sowohl den Teilnehmenden als auch den Betrieben neue Chancen. Die erworbenen Kenntnisse und praktischen Erfahrungen stärken die beruflichen Möglichkeiten der Teilnehmenden und schaffen gleichzeitig für Betriebe die Möglichkeit, potenzielle Mitarbeitende kennenzulernen. Anderlik machte deutlich, dass Qualifizierung eine wichtige Brücke zwischen Werkstatt und allgemeinem Arbeitsmarkt bauen und neue Wege für berufliche Teilhabe eröffnen kann.
Mautner hob die Bedeutung des Lehrgangs für die berufliche Entwicklung der Teilnehmenden hervor. Besonders am Herzen lag ihm dabei die enge Zusammenarbeit mit Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes. Durch ihr Engagement und ihre Unterstützung eröffnen sie den Teilnehmer:innen wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt und schaffen zugleich neue Möglichkeiten für berufliche Teilhabe. Zudem bedankte er sich für die Organisation und Durchführung des Lehrgangs bei den Werkstätten des DiCV, die gemeinsam mit den beteiligten Partnern die Rahmenbedingungen für eine praxisnahe und erfolgreiche Qualifizierung schaffen. Abschließend wünschte er allen Teilnehmenden viel Erfolg, interessante Erfahrungen und einen guten Verlauf des Lehrgangs.
Einen guten Start wünschte auch Pangratz allen Teilnehmenden und machte deutlich, dass der Beginn dieses Lehrgangs einen wichtigen Schritt auf ihrem beruflichen Weg darstellt. Eine neue Herausforderung anzunehmen, sich auf neue Inhalte einzulassen und gemeinsam zu lernen, erfordere Mut und Durchhaltevermögen. Gleichzeitig biete der Lehrgang die Möglichkeit, zusätzliche Verantwortung zu übernehmen und die eigenen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Im weiteren Verlauf ging er auf die Lerninhalte und den Ablauf der abschließenden Prüfung ein. Zugleich ermutigte er die Teilnehmenden, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben und mit Mut neue Aufgaben und Herausforderungen anzunehmen. Der Lehrgang biete die Chance, die eigenen Stärken weiterzuentwickeln, Neues zu lernen und sich beruflich weiterzuentwickeln.
Für eine besondere Atmosphäre sorgten zudem musikalische Darbietungen, die den feierlichen Anlass begleiteten. Im Anschluss klang die Veranstaltung mit einem gemütlichen Beisammensein aus, das Raum für persönliche Gespräche, Begegnungen und regen Austausch bot.