Ansprechpartnerinnen Passau für Menschen ohne Wohnung: Angelika Leitl-Weber, Sabine Weiss und Tanja Ohrhallinger. Caritas Passau
Miet- und Energieschulden, Konflikte im Wohnumfeld, Trennung oder Scheidung sowie Krankheit können Menschen in die Wohnungslosigkeit treiben - mit all ihren Härten. Immer mehr Betroffene stehen ohne eigenes Dach über dem Kopf da, häufig ohne Privatsphäre, Sicherheit und Perspektive. Am 11. September haben zum Tag der Wohnungslosen Angie Leitl-Weber, Bahnhofsmission, Sabine Weiss, Referentin für Soziales und Armut, sowie Tanja Ohrhallinger, vom Kreis-Caritasverband, Herberge und Wohnungslosenhilfe, auf diese schwierige Lebenssituation aufmerksam gemacht.
So zählte die Herberge im vergangenen Jahr 1948 Übernachtungen, wie Tanja Ohrhallinger, vom Kreis-Caritasverband erläutert. Bei der Bahnhofsmission wurden 30.931 Kontakte gezählt, also warme Getränke und Essen, Hilfen, Vermittlungen zu sozialen Diensten. Die Tendenz steigt, wie Angie Leitl-Weber und Sabine Weiss berichten. Wie Leitl-Weber, Weiss und Ohrhallinger bestätigen, sind sie mit ihren Einrichtungen für viele dieser Menschen die einzige Anlaufstelle, die ihnen Zuflucht, Akzeptanz und Wertschätzung schenken. An diesen Orten erfahren sie soziale Teilhabe und menschliche Begegnung, und begleitende Hilfen. Denn aus der Lage wieder herauszukommen, ist sehr schwer. Wer keine Wohnung hat, verliert nicht nur den eigenen Wohnraum, sondern auch das Gefühl von Stabilität und Selbstbestimmung.
Die BAG Wohnungslosenhilfe zählt laut Statistik für 2026 rund 450.000 wohnungslose Menschen in Deutschland, wobei aber von einer Dunkelziffer von rund 1 Million auszugehen ist. Rund 13 Prozent der Betroffenen haben eine geregelte Arbeit - nur eben kein Dach über dem Kopf. Besonders alarmierend: Inzwischen sind auch Familien betroffen, ihr Anteil liegt bei rund 11 Prozent.