M. Bernhart
Schweigen, miteinander sprechen, die Natur bewusst wahrnehmen, beten und singen: Unter dem Leitwort "In Verbundenheit leben" machten sich 30 Personen auf den abendlichen Pilgerweg der Gemeindecaritas im Altöttinger Gries. Eingeladen waren insbesondere die sozialcaritativ Engagierten der Caritasvereine und der Pfarreien. Der Abend sollte ihre ehrenamtliche Arbeit würdigen und ihnen Zeit für Gemeinschaft und persönliche Impulse schenken. Willkommen waren darüber hinaus alle Interessierten.
Vorbereitet und begleitet wurde der Pilgerweg von den beiden Pilgerwegbegleiterinnen Anita Zehetmair, Resi Aicher sowie Susanne Stimmer von der Gemeindecaritas.
Ausgangspunkt war um 17.30 Uhr das Begegnungszentrum in Altötting. Stimmer begrüßte die Teilnehmenden und lud sie dazu ein, den Alltag noch einmal bewusst zu unterbrechen: "Den Rucksack des Tages haben wir gut gefüllt, aber noch nicht zugemacht. Noch ist er offen, noch sind wir offen und bereit, uns auf den Weg zu machen, dem Tag noch einmal eine neue Richtung zu geben und ihn in eine größere Sinndimension zu stellen."
Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, wie Menschen Verbundenheit finden und erfahren können - mit sich selbst, mit anderen Menschen, mit der Schöpfung und mit Gott. Der Pilgerweg eröffnete dafür unterschiedliche Zugänge: Stille und Schweigen, gemeinsames Gehen, Meditation, Gespräche, Gebet, Betrachtung und Gesang. Das Lied "Schweige und höre" begleitete die Gruppe an mehreren Stationen.
Zu Beginn gingen die Teilnehmenden eine Wegstrecke schweigend. Danach kamen sie jeweils zu zweit über die Frage "Was können dir meine Schuhe erzählen?" ins Gespräch. Bis zur nächsten Station entwickelte sich daraus ein lebendiger Austausch über Lebenswege und persönliche Erfahrungen.
An einer kleinen Brücke über den Mörnbach las Zehetmair die Geschichte vom Brückenbauer vor. Unter dem Gedanken "Brücken bauen - Hoffnung schenken" wurde deutlich, dass Verbundenheit nicht von selbst entsteht. Sie wachse dort, wo Menschen bereit seien, mit einem offenen Herzen, einem freundlichen Wort, einer ausgestreckten Hand oder der Bereitschaft zur Versöhnung aufeinander zuzugehen. Der CariChor griff diesen Gedanken musikalisch mit zwei Strophen des Liedes "Es baut die Liebe eine Brücke" auf.
Eine weitere Station widmete sich dem Körpergebet des heiligen Dominikus. Durch bewusste Körperhaltungen konnten die Teilnehmenden die Verbundenheit mit sich selbst und mit Gott erfahren. Anschließend lud Aicher am Ufer des Mörnbachs zu einer Meditation ein. Unterwegs hatte sich jede und jeder ein Ahornblatt ausgesucht. Die Adern des Blattes wurden dabei zum Bild für die unterschiedlichen Wege des Lebens. Die Teilnehmenden konnten einen persönlichen Wunsch oder ein Anliegen auf das Blatt legen und es anschließend dem Bach übergeben.
Auch die Verbundenheit mit der Natur spielte eine wichtige Rolle. In der Stille achtete die Gruppe bewusst auf Geräusche, Düfte und andere Eindrücke der Umgebung. Die Natur, so der Gedanke dieser Station, schenkt sich den Menschen, ohne eine Gegenleistung zu verlangen.
M. Bernhart
Seinen Abschluss fand der Pilgerweg bei einer kurzen Andacht in der Kirche St. Magdalena. Lieder, Bibeltexte und Gebete vertieften die unterwegs gesammelten Gedanken und Eindrücke. Gemeinsam mit dem CariChor und Johannes Stimmer an der Gitarre stimmte die Pilgergruppe in das Lied "Mach mich zum Werkzeug eines Friedens" ein. Mit einem Gebet um die Lebensfarben lenkten Zehetmair und Aicher die Aufmerksamkeit auf einen Regenbogen aus farbigen Steinen und wiesen auf dessen Brückenfunktion hin: Als Zeichen für Gottes Bund mit den Menschen verbinde er Himmel und Erde.
Zum Abschluss durfte jede und jeder einen farbigen Stein als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Mit einem Pilgersegen zum Thema Verbundenheit verabschiedete Zehetmair die Teilnehmenden aus der Andacht.
Danach wurde aus der zuvor betrachteten Verbundenheit gelebte Gemeinschaft. Im Biergarten des Caritashauses St. Elisabeth klang der Abend Bei Musik, guten Gesprächen und einer heiteren Atmosphäre aus.
Gelebte Verbundenheit: Nach dem abendlichen Pilgerweg ließen die Teilnehmenden den Tag bei mitgebrachten Speisen, Musik und guten Gesprächen im Biergarten des Caritashauses St. Elisabeth ausklingen. M. Bernhart