
Unter dem Leitwort "Dankbar zurück - mutig voraus" hat das Caritas-Berufsbildungszentrum Zwiesel die Absolventinnen und Absolventen der Berufsfachschule für Kinderpflege verabschiedet. Nach zwei Ausbildungsjahren nahmen die jungen Frauen und Männer im Rahmen einer feierlichen Abschlussfeier ihre Zeugnisse entgegen.
Der Festtag begann mit einem Gottesdienst in der Schulkapelle, den Pfarrer Carl-Christian Snethlage zelebrierte. Passend zum Thema hatte die Abschlussklasse K2 zwei Türme gestaltet. Auf den einzelnen Bausteinen des ersten Turmes hielten die Schülerinnen und Schüler fest, worauf sie am Ende ihrer Ausbildungszeit dankbar zurückblicken. Der zweite Turm stand für all das, worauf sie mutig vorausschauen: den Einstieg in das Berufsleben, neue Herausforderungen und die Verantwortung, künftig Kinder in wichtigen Phasen ihres Lebens zu begleiten.
In seiner Predigt griff Snethlage das Bild der beiden Türme auf. Ein Turm entstehe Stein für Stein, wobei jeder einzelne Baustein trage - auch derjenige, der schief liege oder später nicht mehr sichtbar sei. Ebenso sei kein Tag der Ausbildungszeit vergebens gewesen. Schöne Erlebnisse und Erfolge hätten die Absolventinnen und Absolventen ebenso geprägt wie anstrengende Tage, Fehler und Momente des Scheiterns.
In der anschließenden Feierstunde sorgte die Abschlussklasse gemeinsam mit Klassenleiter Andreas Köck für die musikalische Gestaltung. Mit dem Begrüßungslied "Viva La Vida" stimmten die Absolventinnen und Absolventen die Gäste auf die Zeugnisverleihung ein.
Schulleiter Raimund Kreutzer begrüßte die Familien und Freunde der Absolventinnen und Absolventen, die Lehrkräfte, die Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter sowie die Vertreter den dritten Bürgermeister der Stadt Zwiesel, Jens Schlüter In seiner Abschlussrede stellte er die besondere gesellschaftliche Bedeutung des Berufs heraus. Wer mit Kindern arbeite, arbeite unmittelbar an der Zukunft der Gesellschaft. Kinder bräuchten weit mehr als Betreuung. Sie benötigten Menschen, die sie ernst nähmen, ihnen Sicherheit gäben und sie darin bestärkten, ihre Fähigkeiten zu entdecken und an sich selbst zu glauben.
Fachwissen sei für die pädagogische Arbeit unverzichtbar, betonte Kreutzer. Eine gute Kinderpflegerin oder einen guten Kinderpfleger zeichne jedoch noch mehr aus. Kinder spürten sehr schnell, ob ihnen jemand ehrlich begegne, ihnen zuhöre, Geduld aufbringe und an sie glaube. "Kinder brauchen keine perfekten Menschen. Sie brauchen verlässliche Menschen", erklärte der Schulleiter.
Auch der dritte Bürgermeister der Stadt Zwiesel, Jens Schlüter, gratulierte den jungen Kinderpflegerinnen und Kinderpflegern zu ihrem erfolgreichen Abschluss. In seinem Grußwort hob er die hohe Relevanz ihrer Ausbildung für die Gesellschaft hervor. Qualifizierte pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden dringend benötigt. Mit ihrer täglichen Arbeit übernähmen die Absolventinnen und Absolventen eine wichtige Aufgabe für Kinder, Familien und das gesellschaftliche Zusammenleben.
Für einen humorvollen Rückblick auf die beiden Ausbildungsjahre sorgte anschließend Klassenleiter Andreas Köck. In seiner Rede verglich er die Ausbildungszeit mit der Besteigung des Berges K2. Dabei griff er die Namen der Schülerinnen und Schüler in zahlreichen Wortspielen auf und erinnerte an gemeinsame Erlebnisse, Herausforderungen und besondere Momente. Wie bei einer Bergtour habe es während der Ausbildung steile Anstiege, kleinere Umwege und manche schwierige Etappe gegeben. Gemeinsam sei es der Klasse jedoch gelungen, das Ziel zu erreichen.
Im Mittelpunkt der Feier stand anschließend die Übergabe der Abschlusszeugnisse. Als Zeichen der Anerkennung und als Erinnerung an ihre Zeit am Caritas-Berufsbildungszentrum erhielten die Absolventinnen und Absolventen neben ihrem Zeugnis jeweils eine Rose.
Im Namen der Abschlussklasse ergriffen Emilia Ernst und Leonie Brandl das Wort. Sie blickten auf die gemeinsame Ausbildungszeit mit ihren Höhen und Herausforderungen zurück und erinnerten an besondere Erlebnisse im Unterricht und während der Praktika. Den Lehrkräften dankten sie für ihre Geduld, die fachliche Begleitung und die Unterstützung während der vergangenen beiden Jahre. Ihr Dank galt ebenso den Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern, die ihnen in den Einrichtungen wertvolle Erfahrungen ermöglicht und sie Schritt für Schritt an die praktische Arbeit mit Kindern herangeführt hatten. Auch ihren Familien, Freunden und Mitschülerinnen und Mitschülern dankten sie für den Rückhalt und die gegenseitige Unterstützung.
Mit dem Lied "Für diesen Moment" setzte die Klasse schließlich einen emotionalen musikalischen Schlusspunkt. Zwei Jahre lang hatten die Schülerinnen und Schüler auf diesen Moment hingearbeitet - nun durften sie ihren erfolgreichen Abschluss gemeinsam mit ihren Familien, Freunden und Wegbegleitern feiern.
Bei einem anschließenden Sektempfang mit Häppchen klang die Abschlussfeier in geselliger Atmosphäre aus. Dabei blieb Zeit für persönliche Glückwünsche, gemeinsame Erinnerungen und Gespräche über die beruflichen Pläne der frisch ausgebildeten Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger. Für sie endete an diesem Tag ein prägender Lebensabschnitt - verbunden mit einem dankbaren Blick zurück und einem mutigen Blick voraus.