Die Wallfahrt führte die 90 Pilger durch den Auenpark zur Stadtpfarrkirche.Poxleitner / PNP
Freyung. Zur 6. Wolfsteiner Wallfahrt aufgemacht haben sich bei herrlichem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen gut 90 Mitarbeiter der Wolfsteiner Werkstätten und Schüler der Caritasschule St. Elisabeth mit ihren Betreuern und einer Abordnung des Freyunger Frauenbundes. Sie wurde auch heuer wieder vom "Christlichen Arbeitskreis" um Behinderten-Seelsorger Johannes Spitaler und den Wolfsteiner Werkstätten organisiert.
Eingeladen war die gesamte Pfarrgemeinde. Auch Dr. Michael Bär, Dompropst und Bischöflicher Beauftragter für die Caritas, zog mit Pfarrvikar Johannes Spitaler, Diakon Hubert Frömel und dem Leiter der Werkstätte Helmut Weber zur Stadtpfarrkirche, um dort gemeinsam einen fröhlichen Gottesdienst zu feiern. Für die musikalische Gestaltung sorgte der "Sonnenchor der WfbM" zusammen mit dem Schulchor der Caritasschule und Regionalkantor a.D. Eugen Sagmeister an der Orgel. Sowohl Grundschüler, als auch Mitarbeiter der Caritaswerkstatt und Schüler der Caritasschule St. Elisabeth gestalteten den Gottesdienst aktiv mit. Neben Polizei und BRK sorgte auch die "Werksfeuerwehr der Wolfsteiner Werkstätten" mit Hans Bauernfeind für die Sicherheit der Wallfahrer.
Angeführt vom Kreuz und dem "Caritasbanner" zog die Pilgergruppe betend durch den Auenpark, vorbei an der Mittermühle zur alten Grafenauer Straße, wo sich Schülerinnen und Schüler der Grundschulen Freyung und Ringelai mit ihren Lehrerinnen in den Pilgerzug einreihten, um bunt gemischt im langen Zug die Pfarrkirche anzusteuern. Dort wurde die Pilgerschar bereits vom "Sonnenchor", dem Chor der Caritasschule St. Elisabeth unter der Leitung von Ansver Sobtzick und einigen Pfarrangehörigen erwartet, so dass sich das Kirchenschiff mit einer bunten Gläubigenschar gut füllte.
Mit herzlichen Worten eröffnete Dr. Michael Bär den Gottesdienst, um gemeinsam mit Pfarrvikar Johannes Spitaler und Diakon Hubert Frömel eine Messe zu feiern.
Das Motto des Gottesdienstes war "Wer Brot hat, der kann leben". Es zog sich als roter Faden durch die Eucharistiefeier. "Um Brot geht es also heute, um lebendiges Brot, um Leben spendendes Brot", begrüßte Pfarrvikar Johannes Spitaler die Gottesdienstbesucher, bevor Kinder der Grundschule Freyung mit Lydia Hitzenbicherl das Kyrie anstimmten. In einem anschaulichen Predigtspiel setzten Schülerinnen und Schüler der Grundschule Ringelai unter der Leitung von Sieglinde Schöffmann schließlich die Bibelstelle von der wunderbaren Brotvermehrung um.
Dompropst Dr. Michael Bär nahm in seinen Betrachtungen Bezug auf die Flüchtlinge, unter denen auch sehr viele junge Leute sind und berichtete von einer Begegnung mit ihnen. Wenn die Kinder ankommen,
erhalten sie als erstes Weißbrot, denn in Afghanistan, wo sehr viele Asylbewerber herkommen, gibt es eben auch Weißbrot. Damit würden sie sich gut aufgehoben und zu Hause fühlen, zeigte sich der Domdekan überzeugt. Mit der Bitte, "dass auch wir dieses Brot täglich bekommen", leitete er zu den Fürbitten über. Diese wurden von den Mitarbeitern der Werkstätte vorgetragen. Neben der anschaulichen Gestaltung trug der Gemeinschaftschor durch seinen mitreißenden Gesang, unter anderem beim Danklied "Laudato si", zum Gelingen des Gottesdienstes bei. Beim Schlusslied "Wo zwei oder drei" animierte Dr. Bär schließlich gut gelaunt seine Mitzelebranten dazu, einen Kanon anzustimmen.
Am Ende des Wallfahrtsgottesdienstes bedankte sich Johannes Spitaler bei allen, die mit so viel Begeisterung und Freude mitgefeiert und bei allen, die bei der Organisation und Gestaltung des Gottesdienstes mitgearbeitet haben. Schließlich bekamen alle Wallfahrer ein kleines Andenken überreicht.
ARBEITSGRUPPE
Die Arbeitsgruppe "Christlicher Arbeitskreis" der Wolfsteiner Werkstätten mit Anja Branghofer, Lisa Eberl, Lydia Hitzenbichler, Karl List, Sieglinde Schöffmann und Johannes Spitaler organisiert seit mehrenen Jahren die Wallfahrt von Menschen mit und ohne Behinderung. So sollen Schnittstellen zwischen Bürgern und Mitarbeitern der Werkstatt geschaffen und Barrieren in den Köpfen abgebaut werden.