Foto: Rupertiwerkstätten
Eine vierköpfige Delegation aus dem Senegal war zu Gast im Bistum Passau. Zu den Stationen gehörten auch die Caritas-Ruperti-Werkstätten in Altötting. Dort informierte sich Bischof Augustin Ndiaye aus der senegalesischen Diözese Saint-Louis über die Arbeit mit Menschen mit Behinderung. Der Besuch knüpft an die rund 30-jährige Partnerschaft zwischen der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) Passau und der Caritas in Saint-Louis an, die vertieft werden soll.
In den Ruperti-Werkstätten finden Menschen mit Behinderung Beschäftigung und Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe. Gruppenleiter Bernhard Diensthuber, der den Senegal von mehreren Besuchen kennt, führte die Gäste gemeinsam mit Einrichtungsleiter Günther Zumüller durch die Werkstätten. Dabei ging es nicht allein um Arbeitsabläufe. Die Gäste interessierten sich besonders dafür, wie Inklusion im Alltag gelebt wird und welche Möglichkeiten Menschen mit Behinderung zur gesellschaftlichen Teilhabe haben.
Auch im Senegal ist das ein wichtiges Thema. Bischof Ndiaye berichtete, dass Menschen mit Behinderung dort häufig Ausgrenzung erfahren. Die Arbeit in den Ruperti-Werkstätten zeigte, wie Beschäftigung und soziale Teilhabe miteinander verbunden werden können.
Eine Partnerschaft mit Zukunft
Seit drei Jahrzehnten pflegen Menschen aus dem Bistum Passau Kontakte zur Caritas in Saint-Louis. Über die Jahre sind persönliche Beziehungen entstanden, die nun mit neuen gemeinsamen Vorhaben weitergeführt werden sollen.
Das Programm führte die Gäste an verschiedene Orte im Bistum. In der Altöttinger Gnadenkapelle feierte Bischof Ndiaye einen Gottesdienst. Im Bruder-Konrad-Kloster tauschte sich die Delegation mit Domkapitular Heribert Schauer über Fragen der Seelsorge und die Lebensbedingungen der Menschen auf dem Land aus. Organisiert wurde der Aufenthalt in Altötting von Michael Vogt, Seelsorger der Katholischen Landvolkbewegung im Bistum Passau.
Neue Perspektiven für junge Menschen
Neben den persönlichen Begegnungen stand auch ein konkretes Vorhaben auf der Tagesordnung. Gemeinsam mit dem Internationalen Ländlichen Entwicklungsdienst (ILD) wurde an einem Bildungsprojekt für junge Menschen in den ländlichen Regionen des Senegal gearbeitet.
Die Herausforderungen sind groß. Mangelernährung, Ernteausfälle und fehlende wirtschaftliche Perspektiven erschweren vielerorts das Leben. Gerade junge Menschen sehen für sich kaum Zukunftschancen und verlassen ihre Heimat.
Das geplante Projekt setzt hier an. Ein Schwerpunkt ist dabei die Landwirtschaft. Diskutiert wurde unter anderem, wie sich die Abhängigkeit von teurem Hybridsaatgut verringern lässt. Stattdessen könnte wieder stärker lokales, nachbaufähiges Saatgut zum Einsatz kommen.