Gemeinsam den Caritassonntag in der Pfarrkirche St. Georg in Winzer gestaltet (von links): Mitarbeiterinnen der KiTa St. Anna, Stefan Seiderer, Vorstand des Caritasverbandes für die Diözese Passau und Bischöflich Beauftragter, sowie Gemeindecaritas-Mitarbeiterin Anna Berlinger, Pfarrer Richard Simon und Grundschülerin Emma Ehrenbeck.Foto: Marianne Bauer
"Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen" - das Leitmotiv der Caritas im Jahr 2026 wurde beim Caritassonntag am 27. September in Winzer auch wörtlich gelebt:
Auf Einladung von Pfarrer Richard Simon hatte die Gemeindecaritas-Mitarbeiterin Anna Berlinger Texte vorbereitet und gestaltete zusammen mit Mitarbeiterinnen der KiTa St. Anna Winzer und Herrn Stefan Seiderer, Vorstand des Caritasverbandes der Diözese Passau und Bischöflich Beauftragter, den Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Georg.
Ganz besonders erfreulich war die spontane Initiative der Grundschülerin Emma Ehrenbeck, die vor dem Gottesdienst fragte, ob sie auch etwas lesen dürfe. Sie würde das so gerne auch einmal machen. So wurde das mutige Mädchen kurzerhand mit eingebunden und las im Wechsel Fürbitten vor. Besser kann das Motto "Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen" nicht umgesetzt werden!
Zu Beginn des Gottesdienstes richtete Anna Berlinger nachdenkliche Worte an die Besucher:innen: "Ob hier vorne, hinten in der Mitte oder am Rand - Sie konnten sich ihren Platz hier in der Kirche und oft im Leben aussuchen."
Viele Menschen hingegen, mit denen es die Caritas täglich zu tun habe, haben keine Wahl. Sie werden an den Rand gedrängt, weil sie arm, alt, krank, behindert, fremd oder unbequem seien.
Bei Gott jedoch steht jeder Mensch im Mittelpunkt.
Um diese Botschaft weiterzusagen, braucht es Boten, im Gottesdienst, im Beruf, im Alltag und in der Freizeit.
Herr Stefan Seiderer ging in seiner Predigt auf das Evangelium des Sonntages ein:
Das Gleichnis von einem Mann, der zwei Söhne hat und diese in seinen Weinberg zum Arbeiten schickt. Während der eine die Arbeit im Weinberg zunächst verweigert, dann aber doch hingeht, sagt der zweite zwar "Ja, Herr!", wird aber nicht aktiv.
Die Antwort auf die Frage, wer den Willen des Vaters erfülle, ist schnell gesagt: jener, der sich tatsächlich auf den Weg macht.
Auch heute wird oft von Solidarität und was "man" tun müsste gesprochen, doch die entscheidende Frage ist: Werden wir auch aktiv oder bleibt es nur beim Ja-Sagen und bei schönen Reden?
Auch der Zusammenhalt untereinander entsteht nicht automatisch. Auch dafür braucht es Menschen, die den ersten Schritt machen und aktiv werden. Menschen, die ihre Erfahrungen mit anderen teilen und offen sind für das, was andere mitbringen.
Wenn Jugendliche Zeit schenken, ältere Menschen ihre Lebenserfahrung weitergeben dürfen und Familien Unterstützung bekommen, dann wird der Weinberg Gottes wohl bestellt sein und Früchte bringen.
Die Caritas kann dafür einen entscheidenden Beitrag leisten.
Pfarrer Richard Simon wies ergänzend auf die Caritassammlung im Gottesdienst sowie in der anschließenden Sammlungswoche hin. Er beschrieb in drei anschaulichen Beispielen, wie im vergangenen Jahr mit den Caritasgeldern direkte und unbürokratische Hilfe vor Ort geleistet werden konnte.