Die Leiterin der Caritas-Frühförderung, Petra Haderer-Moser, (li). und ihre Stellvertreterin und Leiterin Bereich Prävention, Elisabeth Einweg, wissen um die vielfältigen Belastungen der Eltern in den ersten drei Jahren der Kinder.Caritas Passau/wd
Die ersten drei Lebensjahre sind entscheidend: In dieser Zeit wird das Fundament für die gesamte physische, kognitive und emotionale Entwicklung gelegt. Pro Sekunde entstehen über eine Million neuronale Verbindungen, was das Gehirn extrem formbar macht. Deswegen sind auch sichere Bezugspersonen, Geborgenheit und soziale Interaktion so wichtig. Die ersten drei Jahre sind eine einzigartige "sensible Phase". Sie bilden den Rahmen für die spätere Gesundheit, Intelligenz und soziale Interaktionsfähigkeit. Sie prägen die Persönlichkeit.
Allerdings bieten nicht alle Familien ausreichend Möglichkeiten. Die Säuglinge haben Einschränkungen und Probleme. Damit die Eltern nicht allein sind, ist die Caritas mit Rat und Tat für sie da. Das Angebot "Die wichtigen Jahre 0-3 - Beratung für Eltern von Säuglingen und Kleinkindern in Stadt und Landkreis Passau" des Caritas-Frühförderungsdienstes Passau richtet sich an Betroffene. 90 Familien haben dies im vergangenen Jahr in Anspruch genommen.
Einschlafen ist häufig ein Problem - Eltern kennen das
In über der Hälfte der Beratungen - viele Eltern kennen das - ging es um Ein- und Durchschlafstörung. In einem weiteren Drittel um Probleme beim Essen oder Füttern. Vom Alter her, weiß die Leiterin Petra Moser-Haderer, zeigt der Jahresbericht die gleiche Tendenz. 35 % der Kinder waren bei der Erstanmeldung ein Jahr oder jünger, 32 % der Kinder waren bei der Anmeldung im zweiten Lebensjahr (13-24 Monate). 33 % der Kinder befanden sich im dritten Lebensjahr (25-36 Monate). Und knapp sind es mehr Buben, die Probleme haben, nämlich 53 Prozent gegenüber den Mädchen mit 47 Prozent.
Caritas-Beratung zeigt Wirkung
Petra Haderer-Moser und ihr Team haben insgesamt 470 Beratungskontakte mit den Kindern und ihren Eltern leisten können. Die Termine dauerten in der Regel ein bis zwei Stunden. Die Beratungen fanden mobil oder ambulant statt. Die Anzahl der Termine pro Familie im Jahr 2025 lag zwischen einem und 20 Terminen. Von den 470 durchgeführten Terminen fanden 292 mobil statt, d.h. zuhause oder in der Kindertageseinrichtung und 178 Termine ambulant im Frühförderungsdienst. Und die Arbeit der Caritas-Mitarbeiter:innen zeigt Wirkung. Lag bei einem Kind ein frühkindliches Regulationsproblem - also Schlafen oder Essen - vor, konnte die Beratung im Durchschnitt nach vier Terminen abgeschlossen werden.
Bei vielfältigen familiären Belastungen war eine intensivere Betreuung über einen längeren Zeitraum notwendig. Und dann greift auch ein großes Netzwerk mit Kitas, Kinderärzte, "Koordinierende Kinderschutzstelle" (KoKi), Jugendämtern, Frühförderstelle, Erziehungsberatung und Sozialpädagogische Familienhilfen (SPFH) bis hin zur Psychosozialen Beratung und Schwangerschaftsberatung.
Fazit: Familien stärker unter Druck
Auch das stellen die Caritas-Fachleute fest: Die Probleme in den Familien sind komplexer geworden. Man benötigt mehr Zeit und intensiver weitere Fachstellen zum Wohle der Kinder. Hilfreich ist dabei das mobile Angebot bei den Familien vor Ort. Mit diesem niederschwelligen und präventiven Angebot haben Familien die Chance auf eine individuelle und fachliche Begleitung in den ersten drei Lebensjahren. Und das ist ein großer Mehrwert für den Sozialraum in Stadt und Landkreis Passau, die zusammen mit der Caritas den Frühförderungsdienst mit seinen insgesamt 60 Mitarbeiter:innen tragen.