Seit 25 Jahren berät die Caritas in Passau Frauen, Paare und Familien rund um Schwangerschaft und Geburt. Zum Jubiläum besuchte Bischof Dr. Stefan Oster SDB am Freitag, 11. September, die Katholische Schwangerschaftsberatung. Begleitet wurde er von Stefan Seiderer, Vorstand und Bischöflicher Beauftragter des Caritasverbandes für die Diözese Passau.
Nach einer Andacht in der Kapelle führte der Weg zunächst durch die Fotoausstellung zum 25-jährigen Bestehen und anschließend in die Beratungsstelle. Beim gemeinsamen Frühstück nahm sich Bischof Oster Zeit für das Gespräch mit den Mitarbeiterinnen.
Die Schwangerschaftsberatung ist Teil des breiten Beratungs- und Hilfsangebots im Caritas-Zentrum Konradinum. Unter einem Dach finden Menschen dort Unterstützung in ganz unterschiedlichen Lebenslagen - von sozialer Beratung und Suchthilfe bis zu Integrations-, Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe.
Fotos aus 25 Jahren machten sichtbar, wie sich die Beratung verändert hat. Das persönliche Gespräch bleibt ihr Kern. Hinzugekommen sind Telefon und Online-Beratung.
"Die Haltung ist geblieben, die Wege haben sich verändert", sagte Bischof Oster. "Für uns als Kirche bedeutet Schwangerschaftsberatung, Frauen und Familien in einer besonderen Lebensphase zur Seite zu stehen. Wichtig ist uns dabei besonders, einerseits das menschliche Leben von Anfang an zu schützen. Und zugleich vor allem auch die die Frauen nicht alleine zu lassen, die ungewollt schwanger sind. Früher fand Beratung vor allem im persönlichen Gespräch statt. Heute kommen Telefon und Online-Beratung dazu. Wir müssen die Menschen dort erreichen, wo sie tatsächlich nach Hilfe suchen."
Von 249 auf 1.610 Ratsuchende
Die Zahlen zeigen, wie gut das Angebot angenommen wird. Im Jahr 2001 kamen 249 Ratsuchende. 2025 waren es 1.610.
"Hinter diesen Zahlen stehen Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschichten", sagt Irene Kriegl, Leiterin der Passauer Beratungsstelle. "Wir begleiten sie in sehr verschiedenen Lebenslagen. Oft geht es darum, gemeinsam zu schauen, was jetzt weiterhilft."
Mal geht es um finanzielle Sorgen, mal um vorgeburtliche Untersuchungen. Frauen und Paare suchen Rat bei einem Schwangerschaftskonflikt, bei unerfülltem Kinderwunsch oder nach dem Verlust eines Kindes.
Die Beratung setzt schon vor einer Schwangerschaft an und reicht bis zum dritten Lebensjahr des Kindes. Sie ist kostenlos und vertraulich, auf Wunsch anonym. Religion oder Nationalität spielen keine Rolle. Bei Sprachbarrieren kann ein Dolmetscherdienst helfen.
Auch finanzielle Unterstützung gehört zur Arbeit. Die Beratungsstelle vermittelt Hilfen, etwa aus der Landesstiftung "Hilfe für Mutter und Kind" oder dem Bischof-Eder-Fonds der Diözese Passau. Kurse wie "Fit fürs Kind" ergänzen das Angebot.
Irene Kriegl blickt nach 25 Jahren vor allem nach vorn: "Wir wünschen uns, dass die Menschen wissen, wie breit unser Angebot ist. Wer Fragen oder Sorgen rund um Schwangerschaft und Familie hat, darf sich an uns wenden."