Sie sehen die „Not der Einsamkeit“ – und handeln: v.l. Tobias Kalb (Hals), Ursula Huber (Grubweg), Carol Baierl, Olga Kuhls, Hans Anetzberger (alle Hacklberg), Pfarrer Michael Hüttner (Pfarrverband Ilzstadt), Richard Hambuch (Schalding) und Konrad Haberger (Gemeindecaritas)Fenzl
Bestehende Aktivitäten sichtbar machen und vernetzen, bei Bedarf neue Projekte auf den Weg bringen: Das waren die Ziele des Runden Tisches, zu dem die Gemeindecaritas Passau unter dem Motto "Not sehen und handeln" eingeladen hatte.
"Einsamkeit ist eine Not. Das Thema beschäftigt uns als Gemeindecaritas schon länger", so Fachbereichsleiter Konrad Haberger. "Wo gibt es Einsamkeit? Wie wird sie erlebt? Wie kann man ihr begegnen?" Am Runden Tisch wolle man künftig mit engagierten Menschen, Haupt- und Ehrenamtlichen, aus den sieben Pfarrverbänden des Stadtgebiets Erfahrungen austauschen und das Thema Teilhabe auf eine breitere Basis stellen.
Zum Auftakt ging es darum, "anzuschauen und wertzuschätzen, was schon alles da ist": Haberger bat die Teilnehmenden, auf Karten zu notieren, was es bei ihnen vor Ort an Teilhabe-Möglichkeiten gebe. Das Ergebnis füllte in kurzer Zeit eine Pinwand aus. Die Palette reichte von den "Klassikern" wie Besuchsdiensten und Seniorenclubs über das Gemeinschaftserlebnis in Vereinen und Verbänden bis zu Angeboten für besondere Zielgruppen, etwa die Trauergruppe für Verwitwete oder die Helferkreise für Flüchtlinge.
Teilhabe ermöglichen, das kann zum Beispiel heißen, Menschen zum Essen einzuladen. Statt der Single-Mahlzeit daheim eine Mahl-Gemeinschaft zu erleben, dieser Wunsch ist offenbar weit verbreitet. Und er wird auch immer häufiger erfüllt. Sowohl bei der Katholischen Studentengemeinde als auch in der Pfarrei St. Peter gibt es mittlerweile ein Sonntagsmahl für alle Altersgruppen und gesellschaftlichen Schichten. Teilhabe kann auch schon erlebt werden bei "niederschwelligen" Angeboten wie Spielenachmittagen oder der Mithilfe beim gemeinsamen "urban gardening". Der Blick "über den Tellerrand der Pfarrei aufs Dekanat" wurde in diesem Zusammenhang als Bereicherung erlebt.
Als Zukunftsthemen für das Netzwerk kristallisierten sich schließlich drei Schwerpunkte heraus: Mobilität (hierzu wurden Modelle wie der "Seniorenexpress" in der Gemeinde Tiefenbach ins Spiel gebracht), Angebote für Alleinerziehende und nicht zuletzt: Nachhaltige Hilfestellungen für Menschen in prekären Lebenssituationen, denen durch "Almosen" allein nicht geholfen ist. Wie sich für solche Fälle die Pfarreien mit den entsprechenden Fachdiensten der Caritas vernetzen können, soll beim nächsten Runden Tisch zur Sprache kommen.