Familien stehen zunehmend unter Druck. Viele Eltern erleben eine starke Doppelbelastung, da sie Familie, Erziehung und Erwerbstätigkeit unter einen Hut bringen müssen. Das Leben wird teurer; besonders für Wohnraum. Hohe Erwartungen und Leistungsdruck. Soziale Unsicherheiten. Eltern haben Stress. Und die Kinder genauso. Die Caritas-Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern in Passau ist ein Indikator dafür.
Die Leiterin Stella Glück: "Die Problemlagen der Familien sind komplex". Und die Zahlen steigen, wie der Jahresbericht 2025 es belegt. Stella Glück, die seit September 2025 die Beratungsstelle leitet, spricht von "hohen Fallzahlen"; 797 betreute Fälle, 32 mehr als im Vorjahr. Die Nachfrage sei stark; 632 Neuaufnahmen, "deutlich mehr als im Vorjahr".
9 bis 14 Jahre. Das ist das problematische Alter, fast 40 Prozent der Klient:innen; gefolgt von Kinder zwischen 6-8 Jahren (25 Prozent). Glück: "Die Beratung konzentriert sich auf das Grundschul- und frühe Jugendalter, aber auch auf Jugendliche".
Familiäre Konflikte - 428 Fälle - sind der häufigste Grund, um sich an die Caritas zu wenden. Mal geht es um das Sorgerecht nach der Trennung der Eltern, mall Stress in neuen Patchwork-Familien. Aber auch depressive Verstimmungen, Zwänge, Entwicklungsrückstände, Trennungsängste, selbstverletzendes Verhalten oder suizidale Tendenzen - 295 Fälle - spielen eine Rolle. Es folgen Suchtproblematiken oder aggressives, provozierendes, oppositionelles Verhalten, sowie Kontaktprobleme und mangelnde soziale Kompetenz. Und natürlich schulische Probleme - 154 Fälle. In 55 Fällen ging es um Kindeswohlgefährdung. Die Leiterin der Caritas-Beratung in Passau folgert: "Die allgemeine psychische Belastung ist ähnlich wie in den Vorjahren. Kinder und Jugendliche sind neben familiären Herausforderungen auch mit Polykrisen mehr befasst; etwa Kriege, Klimakrise, Terrorismus, gesellschaftliche Spaltung.
Die Beratungsstelle erreichte Familien in unterschiedlichen Lebenslagen. 43 Prozent der Kinder und Jugendlichen lebten bei einem alleinerziehenden Elternteil, während 41 Prozent in Familien mit zwei leiblichen Eltern aufwuchsen. 28 Prozent der betreuten Familien hatten einen Migrationshintergrund, und 18 Prozent waren auf öffentliche Transferleistungen angewiesen, was die sozialen Herausforderungen vieler Ratsuchender unterstreicht.
Deshalb setzt die Caritas auf intensive und vernetzte Hilfe, organisiert Fachkräfte,
kooperiert mit Stadt- und Kreisjugendamt, der Tagesklinik und Institutsambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Passau, der Schulpsychologie, dem Kinderschutzbund Passau, dem Sozialpädiatrischen Zentrum. Jugendsozialarbeiter:innen an Schulen (JaS), Kindertagesstätten, sowie aufsuchende Beratungen Bezirkskrankenhaus Passau ergänzten das Leistungsspektrum.
Die Mehrheit der Familien (69 Prozent) kam aus dem Landkreis Passau, weitere 27 Prozent aus der Stadt Passau und 4 Prozent aus benachbarten Regionen. Damit bestätigt sich die starke regionale Bedeutung der Beratungsstelle. Dass die Einrichtung seit über 70 Jahren besteht, unterstreicht deren Bedeutung für die psychosoziale Versorgung von Familien in der Region unterstreicht. Stella Glück ist seit September 2025 für die Beratung verantwortlich. Stellvertretende Leiterin bleibt Barbara Matuschek.
Pressemitteilung
Hilfe für Familien: Beratung, die stärkt
Erschienen am:
27.04.2026
Herausgeber:
Caritasverband für die Diözese Passau e. V.
Steinweg 8
94032 Passau
Steinweg 8
94032 Passau
Beschreibung