Die Gruppe der Caritas St. Ulrich-Schule Pocking präsentierte beim Tanzfest den Stehtanz „Ich bin ich“.CAN / Matthias Rex
Viertes niederbayerisches Tanzfest der Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in der Stadthalle Pocking
"I like to move it!" - unter diesem schwungvollen Motto wurde die Stadthalle Pocking zur großen Bühne für Lebensfreude, Gemeinschaft und gelebte Inklusion. Beim vierten niederbayerischen Tanzfest der Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung präsentierten Schülerinnen und Schüler aus ganz Niederbayern gemeinsam einstudierte Tänze - von Pop über Volkstanz bis zu kreativen Choreografien mit Requisiten.
Gastgeber war in diesem Jahr die Caritas St. Ulrich-Schule Pocking. Träger der ausrichtenden Schule ist der Caritasverband für die Diözese Passau e. V. Die Stadthalle wurde von der Stadt Pocking kostenlos zur Verfügung gestellt. Damit ermöglichte die Stadt einen festlichen Rahmen für eine Veranstaltung, die längst zu einem besonderen Höhepunkt im Schuljahr der beteiligten Schulen geworden ist.
„I like to move it!“: Beim Eröffnungstanz wurde in Pocking auf und vor der Bühne gemeinsam getanzt – Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Betreuungskräfte und Gäste machten begeistert mit.CAN / Matthias Rex
Das Motto des Tanzfestes passte zugleich in besonderer Weise zum Motto der Jahreskampagne der Caritas: "Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen." Denn genau das wurde in Pocking sichtbar. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Betreuungskräfte, Eltern, Gäste, Vertreterinnen der Caritas und der Schulen kamen zusammen, um gemeinsam zu feiern, zu staunen und sich von der Freude der jungen Tänzerinnen und Tänzer anstecken zu lassen.
Im Mittelpunkt stand nicht der Wettbewerb, sondern das gemeinsame Erlebnis. Die Kinder und Jugendlichen zeigten, was entsteht, wenn Kreativität, Mut und Gemeinschaft zusammenkommen. Nach der Begrüßung und einem gemeinsamen Eröffnungstanz folgten die Präsentationen der einzelnen Gruppen. Zum Abschluss wurden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer geehrt, bevor das Tanzfest mit einem gemeinsamen Abschlusstanz ausklang.
Mit dabei waren die St. Ulrich-Schule Pocking mit dem Stehtanz "Ich bin ich", das Heilpädagogische Zentrum Eggenfelden mit "Zoo" sowie mit "Saphire" von Ed Sheeran, die Pestalozzi-Schule Landshut mit dem Volkstanz "Knödeldrahner", die St.-Severin-Schule Passau mit dem Bändertanz "We Are the World", die Franz-Xaver-Eggersdorfer-Schule Vilshofen mit dem Schirmtanz "E regnet sehr", die Lebenshilfe-Schule Landau mit "Can’t Stop the Feeling", das Bildungszentrum St. Wolfgang Straubing sowie die Grundschule Pocking.
„I like to move it!“: Schülerinnen und Schüler aus Niederbayern feierten beim vierten Tanzfest der FZgE-Schulen in der Stadthalle Pocking Freude an Bewegung, Gemeinschaft und gelebte Inklusion.CAN / Matthias Rex
Die Jury war mit Vertreterinnen aus Schule, Caritas und Behindertenhilfe besetzt. Ihr gehörten Katharina Breuning, Grundschullehrerin, Francesca Haas, Leiterin der Heilpädagogischen Tagesstätte St. Ulrich, Andrea Anderlik, Diözesan-Caritasdirektorin, sowie Astrid Wegerbauerer, Leiterin der Abteilung Menschen mit Behinderung des Caritasverbands für die Diözese Passau, an.
Caritasdirektorin Andrea Anderlik zeigte sich beeindruckt von der Freude und Ausdruckskraft der jungen Tänzerinnen und Tänzer: "Dieses Tanzfest zeigt auf wunderbare Weise, was Caritas im Kern bedeutet: Menschen miteinander verbinden, Talente sichtbar machen und Gemeinschaft ermöglichen. Hier zählt nicht, ob jeder Schritt perfekt ist. Hier zählt, dass alle gemeinsam in Bewegung kommen."
Gerade darin liege die besondere Stärke des Tanzfestes, so Anderlik weiter: "Das Motto der Caritas-Jahreskampagne lautet: Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen. Heute haben die Schülerinnen und Schüler genau das gezeigt. Zusammen geht etwas - auf der Tanzfläche, in unseren Schulen, in unseren Einrichtungen und in unserer Gesellschaft. Wenn Menschen sich gegenseitig Mut machen, entsteht Freude. Wenn junge und ältere Menschen, Menschen mit und ohne Behinderung zusammenkommen, entsteht Gemeinschaft."
Auch für die Caritas St. Ulrich-Schule Pocking war das Tanzfest ein besonderer Tag. Schulleiterin Heike Flammensbeck und Sportbeauftragte Barbara Löw hatten gemeinsam mit dem Team die Veranstaltung vorbereitet. Viele Wochen wurde in den beteiligten Schulen geübt, abgestimmt und geplant. Die Mühe war den Aufführungen anzusehen: Jede Gruppe brachte ihre eigene Handschrift auf die Bühne - mal schwungvoll, mal humorvoll, mal berührend, aber immer mit großer Begeisterung.
Das niederbayerische Tanzfest der FZgE-Schulen hat sich seit seiner Einführung zu einem festen Ort der Begegnung entwickelt. Es gibt Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung eine Bühne, auf der sie ohne Leistungs- und Notendruck zeigen können, was in ihnen steckt. Der Applaus des Publikums, die gegenseitige Anerkennung und die Freude am gemeinsamen Tanzen machten auch in Pocking deutlich: Inklusion wird dort lebendig, wo Menschen miteinander feiern, lachen und sich gegenseitig etwas zutrauen.
Am Ende gab es deshalb vor allem Gewinnerinnen und Gewinner: die Schülerinnen und Schüler, die ihre Tänze mit Mut und Begeisterung präsentierten; die Lehrkräfte und Betreuungskräfte, die sie begleitet hatten; und ein Publikum, das erlebte, wie viel Kraft in gemeinsamer Bewegung steckt. Oder, passend zum Motto gesagt: Wenn alle gemeinsam "move it", dann geht wirklich etwas zusammen.