
"Streichung des Kinderstartgeldes" war ein Schock
Die Hilfe der Katholischen Schwangerschaftsberatung in Passau und Altötting ist sehr geschätzt. Die Zahlen aus dem Jahresbericht 2025 zeigen sogar einen leichten Anstieg. 1610 Ratsuchende, 44 Personen mehr, nahmen den Dienst der Caritas in Anspruch. Dies in 2375 Beratungskontakten und in 1630 Stunden. Auch hier ein Anstieg um 80 Stunden. Das große Thema: die Existenzsicherung in den jungen Familien.
Die Leiterin Irene Kriegl sieht für die vergangenen drei Jahre: dass sich Zahl der Ratsuchenden sich konstant nach oben entwickelt, ein Plus 139, dass die Zahl der mitberatenen Männer, Plus 86, deutlich gestiegen ist, ebenso die Zahl der mitberatenen Personen wie Familienangehörige oder Bekannte und dass sich auch die Zahl der alleinberatenen Männer, Plus 7, leicht erhöht hat.
Die finanzielle Lage ist in den Familien einfach ein Problem
Noch etwas stellt die Diplom-Sozialpädagogin und Caritastheologin fest: "Die Erfahrung aus den Beratungsgespräche zeigt, dass die Geburt eines Kindes oft einhergeht mit finanziellen Einbußen und somit auch in Familien die Existenzsicherung ein großes Thema ist". Ein "richtiger Schock für viele Eltern" sei die Ankündigung der bayerischen Staatsregierung über die kurzfristige Streichung des geplanten Kinderstartgeldes für Geburten ab 01.01.2025. gewesen und dann zum Jahresende "die Entscheidung, dass es komplett gestrichen wird".
Kriegl dazu: "Das bayerische Familiengeld war eine große Entlastung für Familien mit kleinen Kindern und somit ein Signal der Politik zur Stärkung von Familien". Bei den Beratungen spielen Elterngeld und Elternzeit und damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine große Rolle. Die finanzielle Lage ist in den Familien einfach ein Problem.
Die Existenzsicherung ist ein wichtiger Teil der psychosozialen Beratung. Es geht um familienentlastende Hilfen, Ansprüche auf staatliche Hilfen, Wohngeld und Kinderzuschlag. Ganz praktisch auch beim Ausfüllen von Anträgen. Kriegl fasst zusammen: "Für die Ratsuchenden unserer Beratungsstelle sind diese unruhigen Zeiten höchst anstrengend und mit großen Zukunftsängsten behaftet".
Schutz des Lebens in allen seinen Phasen
Für die katholische Schwangerschaftsberatung ist der Schutz des Lebens in allen seinen Phasen, einschließlich des ungeborenen Lebens von zentraler Bedeutung ist. Besonders an diesem Konzept, so Irene Kriegl, "ist die enge Verknüpfung von psychosozialer Beratung und der Vermittlung konkreter Hilfen, um den Ratsuchenden eine umfassende, passgenaue und individuelle Unterstützung während der Schwangerschaft und über die Geburt hinaus anzubieten". Dies eben kostenlos, auf Wunsch anonym, unabhängig von Religion und Nationalität und absolut vertraulich.
Gegründet vor 25 Jahren - Das neue Leben feiern
Die katholische Schwangerschaftsberatung hat im Januar 2001 ihre Arbeit in der Diözese Passau aufgenommen und sich zu einer wichtigen und unverzichtbaren Größe im Beratungsangebot profiliert. Neben den direkten Beratungen werden Vorträge und Kurse in Gruppen angeboten. Neben Passau und Altötting als Beratungsstellen werden in Vilshofen, Grafenau, Simbach am Inn und Pfarrkirchen Sprechtage angeboten. Diese 25 Jahre begeht die Caritas mit mehreren Veranstaltungen (siehe Kasten am Ende dieses Artikels).
Am Donnerstag, 18. Juni, um 18 Uhr findet in der Caritas Schwangerschaftsberatung Passau, Obere Donaulände 8, 94032 Passau (4. Obergeschoss, Aufzug vorhanden) die Segensfeier "Neu(es) Leben" statt. Werdenden Mütter sollen Kraft tanken und die Vorfreude auf das neue Leben bewusst erleben können. Einfach ein Moment, in dem das Wunder neuen Lebens im Mittelpunkt steht. Eingeladen sind alle schwangeren Frauen - unabhängig von Konfession oder Religion - gerne gemeinsam mit ihrem Partner, Familienmitgliedern oder Freunden.
