Bischof Dr. Franz Jung, Bischof von Würzburg, begrüßte die Teilnehmenden des 10. Katholischen Flüchtlingsgipfels in Würzburg.Foto: OOW / Markus Hauck
Der zehnte Katholische Flüchtlingsgipfel in Würzburg hat Fachleute aus Kirche, Wohlfahrtspflege und Flüchtlingsarbeit aus ganz Deutschland zusammengeführt. Für das Bistum Passau nahmen Katharina Muszynski, Leiterin der Beratungsstelle Flüchtlings- und Integrationsberatung, sowie Stefan Seiderer, Vorstand des Caritasverbands für die Diözese Passau und bischöflicher Beauftragter, an dem bundesweiten Vernetzungstreffen teil.
Unter dem Titel "Auf sicherem Grund? Menschenrechte und Flüchtlingsschutz - politische Entwicklungen und kirchliche Handlungsansätze" diskutierten rund 150 Teilnehmende aktuelle Herausforderungen in der Flüchtlingspolitik sowie Perspektiven für einen menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten. Eingeladen hatte der Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen und Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße aus Hamburg.
Im Mittelpunkt des Gipfels standen die Themen Menschenwürde, Menschenrechte und gesellschaftlicher Zusammenhalt. In Vorträgen, Arbeitsgruppen und Diskussionsrunden tauschten sich die Teilnehmenden über aktuelle Entwicklungen in der Asyl- und Flüchtlingspolitik sowie über konkrete Unterstützungsangebote für Schutzsuchende aus.
Stefan Seiderer betonte die Bedeutung solcher Begegnungen für die kirchliche Flüchtlingsarbeit: "Gerade in gesellschaftlich angespannten Debatten bleibt es wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben und die Menschenwürde konsequent in den Mittelpunkt zu stellen. Der Flüchtlingsgipfel zeigt, wie stark das kirchliche und ehrenamtliche Engagement in diesem Bereich weiterhin ist."
Auch Katharina Muszynski hob den fachlichen Austausch hervor: "Die Vernetzung mit Verantwortlichen aus ganz Deutschland liefert wichtige Impulse für die tägliche Arbeit vor Ort. Viele Einrichtungen und Dienste stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Der gemeinsame Austausch stärkt und eröffnet neue Perspektiven."
Erzbischof Heße hatte in seiner Eröffnung dazu aufgerufen, sich weiterhin entschlossen für den Schutz von Geflüchteten einzusetzen. Maßstab müsse dabei immer die Würde jedes einzelnen Menschen bleiben. Gleichzeitig wurde während des Gipfels deutlich, dass die aktuelle Flüchtlingspolitik viele Akteure vor große Herausforderungen stellt - sowohl gesellschaftlich als auch praktisch in der täglichen Arbeit.
Neben Fachvorträgen standen auch Arbeitsgruppen und eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Kirche und Rechtswissenschaft auf dem Programm. Dabei ging es unter anderem um die Zukunft des Flüchtlingsschutzes, rechtliche Entwicklungen sowie die Frage, wie Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingen können.
Der Katholische Flüchtlingsgipfel findet regelmäßig statt und gilt als wichtiges bundesweites Forum für Austausch, Vernetzung und fachliche Impulse in der kirchlichen Flüchtlingsarbeit.