In den beiden Förderzentren St. Severin und Don-Bosco des Diözesan-Caritasverbandes in Passau-Grubweg werden Kinder und Jugendliche mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung sowie körperliche und motorische Entwicklung unterrichtet und begleitet. Jetzt werden diese Caritas-Förderschulen erweitert und neugebaut. Für Caritasvorstand Michael Endres setzt der katholische Wohlfahrtverband damit auch ein gesellschaftliches Ausrufezeichen für den Umgang mit Menschen, in dem Fall junge Menschen, die beeinträchtigt und benachteiligt sind. "Wir wollen ein optimales, modernes Lern- und Lebensumfeld für Kinder und Jugendliche mit Behinderung schaffen". Am Mittwoch, 15. Juli, hat der Caritasdirektor die Pläne für den Neu- und Ersatzbau mit den Einrichtungsleitern Thomas Deschner und Karl Bischof vor Ort erläutert.
Die Grundplanung steht. Caritasvorstand Michael Endres (mi.) und die Schulleiter Karl Bischof (li.) und Thomas Deschner (re.) wollen ein optimales Lern- und Lebensumfeld schaffen.
Fast 50 Jahre nach dem Bau der Einrichtungen waren Sanierungsmaßnahmen dringend nötig. Die Gebäude waren in die Jahre gekommen, die Technik veraltet. Arbeitssicherheit und Brandschutz standen auf dem Prüfstand. Dazu kommen neue gesetzliche Anforderungen für den Unterricht in den Schulklassen hinsichtlich der Raumprogramme bzw. die Begleitung in den jeweils angeschlossenen Heilpädagogischen Tagesstätten (HPT) und Schulvorbereitenden Einrichtungen (SVE). Die rund 300 Schülerinnen und Schüler brauchen mehr Platz, gerade wenn Personen auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Auch eine moderne Infrastruktur und Technik sei nötig geworden.
Statt einer aufwändigen Generalsanierung haben Caritasvorstand Michael Endres (v.li.) und die Leiter der Förderzentren, Karl Bischof und Thomas Deschner, einen Neubau von St. Severin und Don-Bosco in Passau Grubweg geplant.Caritas Passau
Schon lange war eine Generalsanierung geplant. Aber, so Diözesan-Caritasdirektor Michael Endres, "es machte mehr Sinn einen Neubau anzupacken. Nur ein Neubau kann die räumlichen Anforderungen für Unterricht, Förderung, Therapie und Sport gewährleisten". Der Schulbetrieb wäre erheblich beeinträchtigt worden, die jungen Leute stark belastet. Diese Maßnahme wäre auch zu aufwändig und zu teuer geworden, allein wenn man an die nötigen Ersatz-Container denke. Deshalb, so der Diözesan-Caritasdirektor, habe er mit der Caritas-Abteilungsleiterin Jugend-, Familien- und Behindertenhilfe, Astrid Wegerbauer, und den Fachleuten einen neuen Gesamtentwurf erarbeitet. Der sei bei der Regierung Niederbayern vorgestellt und bei den zuständigen Fach- und Förderstellen sehr gut angekommen. So wird das Förderzentrum St. Severin hoffentlich komplett neu gebaut, so die derzeitigen Bemühungen und Planungen. Die Don-Bosco-Schule wird mit einem Neubau erweitert. Auch das gemeinsam genutzte Schwimmbad und die Turnhalle werden neu gebaut, sowie die Pausenhöfe, ein Allwetterplatz und ein Rasensportplatz. Das bestehende Gelände werde terrassenförmig genutzt. Caritasvorstand Michael Endres: "Damit schaffen wir für die Schülerinnen und Schüler zeitgemäße und zukunftsfähige Rahmenbedingungen, um sich bestmöglich zu entwickeln und sie für ihren Lebensweg zu fördern". Die tägliche Anfahrt der Busse in der künftigen Anlage wesentlich vereinfacht und sicherer. Es gelte ein "Konzept der kurzen Wege", dies nachhaltig und Ressourcen schonend. Insgesamt werden in den beiden Schulen und HPT’s Räume auf ca. 4500 qm neu gebaut. Für die Turnhalle und das Schwimmbad sind rund 840 qm vorgesehen.
Planung und Förderung:
Nachdem die Regierung von Niederbayern anhand der grundlegenden Pläne den Neubau bewilligt hat und auch die Stadt Passau zugestimmt hat, geht es nach knapp dreijähriger Planung des Neubaus jetzt an die Detail-Planungen etwa für Energie- und Haushaltstechnik, die Planungen der einzelnen Baukörper und Räume. Es werden die Förderanträge für die Staatsregierung vorbereitet. Denn, so Direktor Michael Endres, die Dienste dieser Förderschulen und angeschlossenen Einrichtungen seien Aufgaben der öffentlichen Hand. Aktuell aber, so der Caritasdirektor, könne noch kein belastbares Gesamtvolumen beziffert werden.

Bauphasen:
Wenn alle Planungen positiv verlaufen, soll 2022 mit dem Bau begonnen werden. In Phase 1 wird die Schule St. Severin mit dem Zwischenbau sowie der Turnhalle und dem Schwimmbad neu errichtet. Der bisherige Bestandsbau St. Severin wird dann abgerissen, Das Ganze soll 2024 fertig sein. Bauphase 2 beginnt im Herbst 2023. Dann werden der zusätzliche Neubau für die Don-Bosco-Schule und die Freianlagen erstellt. 2026 ist die Fertigstellung geplant.
Förderzentrum St. Severin
Für Thomas Deschner, den Leiter des Förderzentrums St. Severin, ist wichtig, damit den gestiegenen Anforderungen an die Schule gerecht zu werden. Denn pädagogisch und therapeutisch, habe sich in den vergangenen Jahren so viel entwickelt. Derzeit besuchen die Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung 125 Schülerinnen und Schüler in 13 Klassen. 25 Kinder kommen in die beiden Gruppen der SVE. Momentan werden zwei Klassen in der Schule Hacklberg unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler kommen aus der Stadt und dem nördlichen Teil des Landkreises Passau.
Förderzentrum Don Bosco
Karl Bischof, Leiter der Don-Bosco-Schule mit Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, betont die ganzheitliche Therapie und Förderung, die in größeren Räumen nun besser werde. So ist ein Konditionsraum mit Fitness-Geräten geplant, um die Physiotherapie zu unterstützen. Ein Highlight für ihn ist der neue Outdoor-Sportbereich. Rollstuhl-Basketball, E-Hockey und Tennis seien dann möglich. In der Don-Bosco-Schule werden 138 Schülerinnen und Schüler begleitet sowie 21 in der SVE. Es gibt Partnerklassen in Salzweg und eine Außenstelle in Schweinhütt. Einzugsgebiet ist in etwa der Raum Niederbayern und angrenzend Oberösterreich.