Caritas BBZ-Zwiesel
In kaum einem Beruf ist Teamarbeit so entscheidend wie in der Pflege - denn oft hängen Menschenleben davon ab, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Gleichzeitig treffen in Pflegeteams Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen, Kulturen und Erfahrungen aufeinander. Um diesen Herausforderungen mit Offenheit und Kompetenz zu begegnen, nahmen die Pflegeklassen des ersten und zweiten Ausbildungsjahres am Caritas-Bildungszentrum Zwiesel vergangene Woche am Workshop "INsTeam 3 - Kultursensibilität in internationalen Pflegeteams" teil.
An zwei intensiven Kurstagen arbeiteten die Auszubildenden an Fragen wie: Wie entsteht Ausgrenzung im Alltag? Wie erleben wir Unterschiedlichkeit? Und was verbindet uns trotz aller Unterschiede? Durch gruppendynamische Übungen, persönliche Gespräche und gemeinsame Reflexion wurde der Blick für ein gelingendes Miteinander geschärft - sowohl in der Klasse als auch im späteren Berufsleben. Der dritte Kurstag findet im Herbst 2025 statt und widmet sich der praktischen Anwendung in simulierten Pflegesituationen, begleitet von einer Schauspielerin.
Schulleiter Raimund Kreutzer sieht im Projekt einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung: "Wenn junge Menschen lernen, mit Vielfalt bewusst und respektvoll umzugehen, dann gewinnen nicht nur sie selbst - sondern auch die Teams, in denen sie später arbeiten, und die Menschen, die sie pflegen."
Das Schulungsangebot ist Teil des bayernweiten Projekts INsTeam, das vom Gesundheitscampus Bad Kötzting der Technischen Hochschule Deggendorf umgesetzt wird. Gefördert vom Europäischen Sozialfonds (ESF+) und dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, richtet sich INsTeam an in- und ausländische Pflegekräfte und kann Einrichtungen in der Pflege kostenfrei angeboten werden. Von September 2024 bis 2026 führt ein Team aus erfahrenen Pflegepädagog:innen und Expert:innen für Integration die Kurse durch. Zum Projektteam gehören Tanja Jänicke-Stöger, Katja Marggraff, Laura Schümann und Prof. Dr. Michael Bossle.
Das Programm besteht aus drei unabhängig voneinander besuchbaren Kursmodulen. Es behandelt zentrale Themen wie berufliches Selbstverständnis in der Pflege in Deutschland, kommunikative Herausforderungen im Berufsalltag sowie das Arbeiten in internationalen Pflegeteams. Die Pflegeauszubildenden des BBZ Zwiesel nehmen am dritten Modul teil, das gezielt Kultursensibilität und Teamdynamik fördert.
Tanja Jänicke-Stöger, Projektbegleiterin an der TH Deggendorf, erklärt dazu: "Im Kurs stärken wir das WIR-Gefühl in der Klasse, setzen uns mit dem Thema Ausgrenzung auseinander und wollen Gemeinsamkeiten für ein gutes Miteinander sowohl in der Schule als auch im Unternehmen festigen."
An den ersten beiden Tagen in Zwiesel standen insbesondere gruppendynamische Übungen und der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Dabei wurden konkrete Situationen thematisiert, in denen Ausgrenzung in Ausbildung oder Beruf erfahrbar ist. Der dritte Kurstag im Herbst 2025 ergänzt das Gelernte durch simulierte Alltagssituationen mit professioneller schauspielerischer Begleitung - eine praxisnahe Vorbereitung auf die Realität im Arbeitsalltag.
Mit INsTeam werden nicht nur Fach- und Sprachkompetenzen gestärkt, sondern vor allem auch ein respektvolles Miteinander und ein Bewusstsein für Vielfalt gefördert - zentrale Grundlagen für eine Pflege, die sowohl professionell als auch menschlich überzeugt.