Pfarrkirchen/Passau (can.) Um auf die Probleme aufmerksam zu machen, haben die katholische und die evangelische Kirche mit ihren Sozialverbänden Caritas und Diakonie den "Pflegtruck" auf die Straße geschickt. Am Freitag und Samstag, von 9.00 bis 17.00 Uhr, macht das Aktionsteam Station in Pfarrkirchen.
Offizieller Auftakt war am Freitag, 9. Oktober, um 10.00 Uhr auf dem WEKO-Parkplatz.
Dabei betonte Caritasdirektor Dr. Wolfgang Kues: "Es müssten endlich Rahmenbedingungen für die Pflege geschaffen werden, die die Würde der betreuten Menschen in den Mittelpunkt stellen. Gleichzeitig müssten auch für das Pflegepersonal Arbeitsbedingungen geschaffen werden, die menschliche Zuwendung möglich machen. Pflege, so der Caritasdirektor, können nicht im Minutentakt erledigt und dokumentiert werden." Statement Dr. Kues
Der evangelische Dekan Dr. Wolfgang Bub unterstrich: "Es gäbe noch keine zukunftssichere gesetzliche und finanzielle Grundlage für die Pflege von morgen. Auch die Gesetzesänderungen und Ergänzungen haben dies nicht bewirkt."
Sowohl ambulant als auch stationär, brauche man eine verbesserte personelle Ausstattung. Dekan Bub forderte weiter: "Die gleiche Pflege muss für alle Menschen unabhängig von der Größe des eigenen Geldbeutels ermöglicht werden." Statement Dr. Bub
Diakon Manfred Becher, geschäftsführender Vorstand des Kreis-Caritasverband Rottal-Inn e. V., sieht die Pflege im ländlichen Raum drastisch gefährdet. Er forderte: "Schluss mit der Minuten-Pflege". Pflege dürfe nicht zur Hetze werden. Statement M. Becher
An drei Stationen wird am Pflegetruck deutlich, wo der Schuh drückt: Am Pfleg-O-Mat können die Besucher versuchen, mit beschränkten Mitteln eine würdige Pflege zu ermöglichen, an Videosäulen erklären Mitarbeitende von Caritas und Diakonie, wie es ist, in der Pflege zu arbeiten, und an einer überdimensionalen Sanduhr wird deutlich, wie knapp die Zeit in der Pflege ist.
Zwar wurde auch nach Ansicht von Diakonie und Caritas in den letzten Jahren vieles für die Pflege getan, dennoch krankt die Pflege nach Worten der Caritas-Vorstände Dr. Michael Bär und Dr. Wolfgang Kues an drei Faktoren: "Wir brauchen mehr Geld, mehr Zeit und mehr Personal. Sonst ist eine liebevolle Pflege, wie wir sie uns vorstellen und sie uns auch für uns selbst wünschen, nicht möglich". So seien insbesondere die Leistungen, die Pflege menschlich machen würden, selten refinanziert: "Dazu gehört etwa ein gemeinsames Gebet oder einfach nur der kurze Plausch über Ereignisse des Tages".
Weitere Stationen des Pflegrucks im Bistum Passau:
16./17. Oktober in der Stadt Passau
23./24. Oktober in Grafenau.
Für Rückfragen in Pfarrkirchen steht Ihnen Diakon Manfred Becher, geschäftsführender Vorstand des Kreis-Caritasverband Rottal-Inn e. V., Spitalplatz 1, 84347 Pfarrkirchen, Telefon 08561 9607-0 zur Verfügung.
Mehr unter www.liebevolle-pflege.de
BU:
Am Pflegetruck in Pfarrkirchen informierten sich: stv. Landrätin Edeltraud Plattner, Thorsten Killwing, Christanger Heime, Dekan Dr. Wolfgang Bub, Diakon Manfred Becher, Landtagsabgeordneten Reserl Sem und Bernhard Roos, Bundestagsabgeordneter Max Straubinger, Caritasdirektor Dr. Wolfgang Kues und der Bürgermeister von Pfarrkirchen Martin Wagle.
