
Freude und Hoffnung, Trauer und Angst gehören zum Menschsein dazu. Christen sind in besonderer Weise gefragt, diese Gefühle miteinander zu teilen und füreinander da zu sein. Doch gerade in schwierigen Lebenssituationen ist das herausfordernd und oft wissen wir nicht, wie wir unseren Mitmenschen konkret helfen können.
Um darüber miteinander ins Gespräch zu kommen, haben Gemeindecaritas, Seniorenseelsorge und Trauerpastoral Interessierte aus dem Pastoralen Raum Passau unter dem Motto "Christ sein mit Herz und Hand" zum Austausch ins Caritashaus Konradinum eingeladen. Gemeinsam wurde den Fragen nachgegangen: Wo sehe ich Not? Was brauchen die Menschen? Wie kann ich helfen? Eine zentrale Frage, die die Teilnehmenden bewegte war, wie man überhaupt auf Menschen aufmerksam wird, die Hilfe brauchen, einsam sind oder sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden. Denn Not bleibt oft unerkannt. Sie ist beschämend, Betroffene versuchen so gut wie möglich die Fassade zu wahren und bitten oft nicht aktiv um Hilfe.
Im Vordergrund des Abends stand der Erfahrungsaustausch und es zeigte sich, wie unterschiedlich christliche Werte im Alltag gelebt werden. Die Teilnehmenden erzählten von aufmerksamen Gesprächen und Begegnungen mit Menschen im persönlichen Umfeld, von regelmäßige Besuchen in der Asylunterkunft, vom Augen-offen-halten und respektvoll-auf-Menschen-zugehen und von Unterstützungen für Menschen und Tiere in prekären Lebenslagen. Das Engagement geschieht meist im Stillen, ohne großes Aufhebens, ganz selbstverständlich. Manchmal mit Rückschlägen, aber meistens mit dem guten Gefühl, die Welt ein kleines bisschen besser gemacht zu haben.
Agnes Stefenelli von der Gemeindecaritas, Theresia Hofbauer von der Seniorenseelsorge und Dr. Istvan Bruncsak von der Hospiz- und Trauerpastoral des Bistums führten durch den Abend, brachten ihre Erfahrungen ein und stellten Unterstützungsangebote für Engagierte aus den jeweiligen Bereichen vor. Denn wichtig ist: Niemand ist allein, weder diejenigen, die Hilfe brauchen, noch diejenigen, die helfen möchten. Inspiriert und bestärkt sind die Teilnehmenden nach Hause gegangen, mit dem Wunsch nach Wiederholung. Das Fazit des Abends war: Helfen macht Freude und schafft Freunde.