(v. r.) MdL Josef Heisl, Caritas-Diözesandirektorin Andrea Anderlik, Einrichtungsleiterin Petra Haderer-Moser, Elisabeth Einweg, Bezirksrätin Cornelia Wasner-Sommer und Bezirksrat Josef Heisl.
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Im Jahr 2024 hat der Caritas Frühförderdienst über 2400 Kinder mit allen Diensten im Sozialraum betreut. "Und das mit knapp 50 Mitarbeitenden, davon eine Handvoll in der Verwaltung - das alles zu stemmen ist eine Mammutaufgabe", betont die Einrichtungsleiterin.
Zu den Angeboten des Frühförderdienstes zählt dabei unter anderem das wichtige Beratungsangebote für Kinder zwischen null und drei Jahren, die interdisziplinäre Frühförderung, der Fachdienst für Inklusion und Teilhabe (FIT), der pädagogisch-psychologische Dienst (PPD), der mobile heilpädagogische Fachdienst oder auch das bis zuletzt laufende Modellprojekt "Übergang macht Schule" für Kinder mit einer (drohenden) körperlichen, geistigen und seelischen Behinderung. "Hier sind wir zur Stelle, um Kind und Eltern den Übergang in eine Regelschule zu erleichtern und zu begleiten", erklärt Haderer-Moser weiter. Die Finanzierung, konkret des zuletzt genannten Projekts, stehe derzeit auf der Kippe. "Die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit dieses Angebots steht dabei völlig außer Frage. Das Projekt greift in der Realität, aber war von Beginn an auf eine Laufzeit von fünf Jahren angelegt, die nun ausgelaufen ist - es nun auf ganz Bayern umzulegen ist derzeit schlicht nicht finanzierbar", erklärt MdL Heisl die grundlegenden Hintergründe. Gleichermaßen will er sich gerne für eine Weiterführung des Angebots stark machen. "Gerade die Niederschwelligkeit der Angebote im Präventivbereich für Kinder und ihre Familien macht den Caritas-Frühförderungsdienst insgesamt und speziell Projekte wie "Übergang macht Schule" so wertvoll", weiß er um deren Bedeutung. "Der Bedarf an Frühförderung wird immer größer, sowohl im Bereich der Prävention, als auch im Bereich Entwicklung, Behinderung und Teilhabe. Die Finanzierung ist in einzelnen Bereichen jedoch nicht mehr ausreichend und ist für uns als Träger langfristig eine große Herausforderung." schildert Andrea Anderlik, Diözesan-Caritasdirektorin im Bistum Passau, als Träger des Caritas-Frühförderungsdienstes. Zusätzlich zu den erheblichen Wegezeiten und Fahrtkosten, ist die Personalgewinnung eine Hürde den Bedarfen
gerecht zu werden. So ist der Frühförderdienst der Caritas unter anderem in über 125 Kindergärten in der Region tätig. "Die Kolleginnen fahren von Einrichtung zu Einrichtung, teils bis zu drei Einrichtungen am Tag und versorgen hier Kinder, die als Risikokinder gelten. Dabei sind unsere Mitarbeitenden auch ein wichtiger Ansprechpartner für die Erzieherinnen und Erzieher vor Ort - diese haben oft große Not mit den Kindern", erklärt Elisabeth Einweg, Leiterin des pädagogisch-psychologischen Dienstes. "Vor Ort wird der entsprechende Bedarf abgesprochen und im besten Fall der Entwicklungsbereich des Kindes umfänglich gefördert."
Im Rahmen der Schilderung von verschiedenen Fallbeispielen wird den Mandatsträgern im Zuge des Austausches schnell auch die präventive Bedeutung der Angebote des Frühförderdienstes deutlich. Der Caritas Frühförderdienst ist auch direkt bei den Familien vor Ort tätig. "Wir bieten wichtige Beratungsangebote, unter anderem auch unsere Schreibabyambulanz, wo wir schnell und unmittelbar eingreifen, wenn Mütter und Väter einfach nicht mehr können und punktuell überfordert sind", so Elisabeth Einweg.
Gerade die Niederschwelligkeit bringe eine hohe Akzeptanz der Eltern für die verschiedenen Angebote mit sich. "Nur so, können wir Eltern eine schnelle Hilfe und Versorgung ermöglichen, wo sie eben nötig ist - diese Angebote hat sonst niemand, das gibt es nur in Stadt und Landkreis Passau", betont die Einrichtungsleiterin abschließend. "Vielen Dank für Ihr Herzblut, das Sie hier in Ihre Arbeit einfließen lassen. Sie kämpfen für die Belange der Kinder und ihrer Familien", freut sich Stephan Gawlik auf seine künftige Tätigkeit als Vorsitzender des Fördervereins der Caritas Frühförderung. Er löst damit Bezirksrätin Cornelia Wasner-Sommer ab, die diese Aufgabe knapp zehn Jahre mit viel Engagement und Freude ausgeübt hatte.