Die Abteilung Caritas und Pastoral vereint unterschiedliche Arbeitsfelder unter einem Dach. Im Bild (v. l.): Christian Schacherbauer, Erika Paul, Sabine Weiß, Abteilungsleiterin Ingrid Áldozó-Entholzner, Beate Heindl und Agnes Stefenelli.
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Wer in einer Krise steckt, Hilfe sucht oder keine starke Stimme in der Gesellschaft hat, soll bei der Caritas Menschen finden, die hinschauen und sich kümmern. Diesen Anspruch hat die Abteilung Caritas und Pastoral des Caritasverbands für die Diözese Passau jetzt in Leitgedanken für ihre Arbeit gefasst.
"Wir stehen an der Seite derer", heißt es gleich zu Beginn. Gemeint sind Menschen, die Rat suchen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, am Rand der Gesellschaft stehen oder für die sich sonst kaum jemand stark macht.
"Für Abteilungsleiterin Ingrid Áldozó-Entholzner und den Leitungsverantwortlichen der Abteilung geht es dabei nicht um einen weiteren Text für die Schublade. Die Leitgedanken sollen vielmehr ausdrücken, welche Haltung die unterschiedlichen Arbeitsbereiche miteinander verbindet. "Unsere Aufgaben sind sehr vielfältig. Gemeinsam ist ihnen aber der Blick auf den Menschen und seine konkrete Lebenssituation. Uns war wichtig, genau diese gemeinsame Haltung sichtbar zu machen", sagt Áldozó-Entholzner.
Viele Aufgaben, ein gemeinsamer Auftrag
Die Abteilung Caritas und Pastoral besteht in ihrer heutigen Form seit 2022. Damals wurden die Abteilung Gemeindecaritas und Grundsatzfragen und die Abteilung Soziale Sicherung zusammengeführt. Zudem kam der Fachbereich Jugend- und Familienhilfe mit den Beratungsdiensten der Erziehungsberatung, der Schwangerschaftsberatung und der Brücke hinzu. Das Aufgabenspektrum ist entsprechend breit. Zum Aufgabenfeld gehören Grundsatzfragen der Caritas in den Pfarreien, Ehrenamt und Mitgliedschaft sowie die Zusammenarbeit mit den Orts-und Kreis-Caritasverbänden. Angebote und Formen des Engagements wie youngcaritas und der Bundesfreiwilligendienst. Hinzu kommen Hilfen in besonderen Lebenslagen, wie die Straffälligenhilfe, die Bahnhofsmission, die Auslandshilfe und die Passauer Tafel. Auch psychosoziale wie die Suchtberatung, die Migrationsberatung sind Teil der Abteilung. Hinzu kommen Angebote und Formen des Engagements wie youngcaritas und der Bundesfreiwilligendienst.
Was organisatorisch nach sehr unterschiedlichen Aufgaben aussieht, hängt in der Praxis eng zusammen. Menschen kommen selten mit Problemen, die sich eindeutig einem einzelnen Bereich zuordnen lassen. Finanzielle Sorgen können familiäre Krisen verschärfen, Einsamkeit kann soziale Not verstärken, Migration bringt häufig ganz unterschiedliche Fragen des Ankommens und der gesellschaftlichen Teilhabe mit sich.
Gerade darin sieht Áldozó-Entholzner die Stärke der Abteilung. "Wir wollen nicht nur einzelne Hilfen nebeneinander anbieten. Wir wollen Verbindungen schaffen - zwischen unseren Fachdiensten, den Pfarreien, dem Ehrenamt und den Menschen vor Ort."
Caritas und Pastoral zusammendenken
Dass die Abteilung "Caritas und Pastoral" heißt, ist dabei programmatisch. Caritatives Handeln soll nicht als etwas verstanden werden, das neben dem kirchlichen Leben stattfindet. Es gehört zu dessen Mitte.
"Im Leitgedanken heißt es deshalb auch, das Verständnis von Caritas und Christsein müsse in der eigenen Haltung und im Miteinander wahrnehmbar werden. Fachlichkeit und Professionalität seien dafür unverzichtbar. Ebenso wichtig seien Empathie und eine diakonische Haltung.
"Caritas wird dort konkret, wo Menschen erfahren, dass ihnen jemand zuhört, sie ernst nimmt und gemeinsam mit ihnen nach einem Weg sucht", sagt Áldozó-Entholzner. "Darin zeigt sich für mich im wesentlichen Kirche."
Dieser Ansatz prägt auch die Gemeindecaritas. Sie bringt Pfarreien, soziale Dienste und ehrenamtlich Engagierte zusammen und unterstützt Initiativen vor Ort. Gleichzeitig reichen die Erfahrungen aus den Beratungsstellen und Diensten weit über den einzelnen Hilfefall hinaus. Sie zeigen, wo sich gesellschaftliche Probleme verschärfen und welche Themen Aufmerksamkeit brauchen.
Eine Stimme für Menschen ohne Lobby
Deshalb gehört auch Anwaltschaft ausdrücklich zum Selbstverständnis der Abteilung. Die Anliegen von Menschen, die wenig Gehör finden, sollen nicht an der Tür einer Beratungsstelle enden. Die Abteilung will solche Themen innerhalb des Caritasverbands immer wieder in den Blick rücken und Impulse für neue Projekte und Prozesse geben.
"Wir erleben sehr unmittelbar, wo Menschen unter Druck geraten und wo sich Lebensbedingungen verändern", sagt Áldozó-Entholzner. "Daraus entsteht auch eine Verantwortung: Wir müssen diese Erfahrungen weitertragen und dort eine Stimme sein, wo Menschen selbst nur schwer gehört werden."
Dabei richtet sich der Blick vor allem auf Menschen, die Unterstützung benötigen. Zugleich will die Abteilung Räume für sinnstiftendes haupt- und ehrenamtliches Engagement schaffen. Denn Caritas lebt auch davon, dass Menschen bereit sind, Verantwortung füreinander zu übernehmen.
Die neuen Leitgedanken sollen dafür Orientierung geben. Nicht als fertiges Programm, sondern als Maßstab für das tägliche Handeln.
Áldozó-Entholzner bringt es wie folgt auf den Punkt: "Ob ein Leitgedanke trägt, entscheidet sich nicht auf dem Papier. Er muss im Umgang miteinander und in der Begegnung mit den Menschen spürbar werden.